|
Vorstellung Mitsubishi L200: Pick-Up im Designerkleid |
|
Tuesday, 7. March 2006 |
 | | Mitsubishi L200 Doppelkabine. Foto: ar/Mitsubishi | | |
 | | Mitsubishi L200 Doppelkabine. Foto: ar/Mitsubishi |
 | | Mitsubishi L200 Doppelkabine. Foto: ar/Mitsubishi |
 | | Mitsubishi L200 Doppelkabine. Foto: ar/Mitsubishi |
 | | Mitsubishi L200 Doppelkabine. Foto: ar/Mitsubishi |
Der Mitsubishi L200 ist so etwas wie der Golf der Pick-Ups. Ein Bestseller. Immerhin konnten die Japaner bisher in Deutschland fast 42 000 der Lastesel auf vier Rädern verkaufen, der neue soll es immerhin auf runde 4000 Einheiten pro Jahr bringen. Gelingen soll dies vor allem über ein frisches Design und zahlreiche Varianten. SUT - Sports Utility Truck nennen die Japaner ihre Kreation neumodisch. Ab 25. März steht der L200 zu Preisen ab 21 990 Euro bei den Händlern.
Dafür erhält der Kunde die Einzelkabine mit zwei Sitzplätzen und einer Ladefläche von 2,20 Metern Länge, der vor allem als Nutzfahrzeug zum Einsatz kommen dürfte. Zusätzlich bietet Mitsubishi mit dem "Club Cab" eine Variante, die zwei vollwertige Sitzplätze und zwei Notsitze offeriert und in Verbindung mit der besseren Ausstattung "Invite" mindestens 24 690 Euro kostet. Fünf vollwertige Sitzplätze in der Doppelkabine schlagen mit mindestens 26 190 Euro zu Buche. Immer an Bord: Der Allradantrieb "Super Select", zwei Airbags, eine fernbedienbare Zentralverriegelung und ein 2,5-Liter Turbodiesel mit Common-Rail-Technik, der 100 kW/136 PS und 314 Newtonmeter Drehmoment mobilisiert. Eine stärkere Variante mit 123 kW/167 PS und 402 Nm folgt im Sommer.
Die Japaner setzen nicht wie die Konkurrenz - die vor allem von Nissan mit dem Navarra kommt - auf Wachstum. Der L200 ist nach wie vor rund fünf Meter lang, der Radstand beträgt drei Meter. Es ist viel mehr das Design, das neue Kunden locken soll. Und das ist durchaus gelungen. Die Optik wurde dem "Familiengesicht" angepasst, statt auf harte Kante setzt der Pick-Up auf wohlproportionierte Rundungen. Innen erinnert wenig an ein Nutzfahrzeug, die Instrumente wurden beim Van Grandis entliehen. Kritik verdient allerdings die Sitzposition, die wegen des flachen Gestühls wenig Unterstützung für die Beine bringt. Ansonsten fährt sich der Zweitonner erstaunlich Pkw-ähnlich. Der Platz für die Passagiere ist merklich gewachsen, auch wenn das zu Lasten der Ladefläche geht. An den Blattfedern hinten hat Mitsubishi festgehalten, der Komfort ist trotzdem ordentlich.
Die Fahrleistungen sind mit einer Höchstgeschwindigkeit von 167 km/h und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 14,6 Sekunden recht flott und Mitsubishi zufolge die besten in dieser Klasse. Der kleinste Wendekreis in diesem Segment von 11,8 Metern lässt Parkhäuser ihren Schrecken verlieren. Und im Gelände lässt sich das Fahrzeug kaum aufhalten. Förster oder Bauunternehmer wird es freuen.
Dass der L200 längst nicht nur ein Lastesel sein soll, zeigt auf die Ausstattungsliste. Bei der Linie "Invite" ist unter anderem eine Klimaanlage mit an Bord, die Topvariante "Intense" offeriert zusätzlich Annehmlichkeiten wie 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, ESP und Traktionskontrolle, elektrische Fensterheber, ein CD-Radio mit MP3-Player, reichlich Chrom oder eine elektrisch versenkbare Heckscheibe. So ausgestattet kostet das Fahrzeug 28 990 Euro. Auf Wusch ist reichlich Zubehör lieferbar, unter anderem verschiedene Hardtops, Schienensysteme oder Auffahrrampen. Durch zusätzliche Pakete lässt sich der L200 zum rollenden Luxus-Laster aufrüsten. Eine Automatik ist für 1450 Euro erhältlich.
Als Transporter behielt der Pick-Up seine Qualitäten. 1000 Kilo Nutzlast sind möglich, bis zu 2,7 Tonnen Anhängelast sind ordentlich. Außerdem erfüllt er als einziger in seiner Klasse die Euro-Norm 4, ein Rußpartikelfilter ist ab Sommer für etwa 650 Euro erhältlich. Die Wartungsintervalle wurden deutlich verlängert (jetzt 20 000 Kilometer), die Garantie gegen Durchrostung beträgt jetzt zwölf statt vorher bescheidene sechs Jahre. Das Alles soll Kunden locken, die neben dem Nutzwert auch immer die Kosten im Blick haben. Derzeit ist allerdings nur die Einzelkabine als Lkw eingestuft, die anderen Karosserievarianten werden als Pkw besteuert und sind deshalb nicht billig. Trotzdem hoffen die Japaner auf einen Trend bei den Pick-Ups in Deutschland. In Großbritannien gibt es den bereits, was allerdings vor allem an der günstigen Besteuerung liegt. Aber die Zeiten, als sich ein Pick-Up fuhr wie ein Lkw, sind vorbei. Deshalb wird der L200 zweifellos zu Recht seine Kunden finden. (ar/sb) |