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Vorstellung BMW X3: Sahnestück hinter der Niere |
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Thursday, 14. September 2006 |
BMW hat den SUV X3 überarbeitet und bietet das Fahrzeug ab 23. September im "neuem Kleid" bei den Händlern an. Die Preise beginnen bei 33 500 Euro für den bekannten 2.0-Liter-Benzinzer mit 110 kW/150 PS und enden bei 50 300 Euro für das neue Top-Modell 3.0sd, der dann allerdings auch mit einer neuen Sechsgang-Automatik, elektrisch verstellbaren Sitzen, Tempomat, Klimaautomatik oder 18-Zoll-Rädern zum Kunden rollt. Doch die eigentliche Offenbarung des Bayern-Express ist der Motor, der zwar vorher bereits im 535d seinen Dienst tat, aber noch einmal weiter entwickelt wurde. In diesem Segment gibt es nichts vergleichbares. Der X3 wird so zum Sportwagen im Geländewagenkleid, der förmlich nach der linken Spur auf der Autobahn schreit.
Der TwinTurbo-Diesel leistet 210 kW/286 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 580 Nm bereits bei 1750 U/min. Ein Partikelfilter ist Serie. So befeuert rennt der X3 in 6,6 Sekunden von Null auf 100 km/h und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h. Bis Tempo 200 schiebt der SUV mit dem cW-Wert einer Schrankwand unbarmherzig nach vorn, erst dann klettert die Tachonadel etwas langsamer.Ein Turboloch ist ihm völlig fremd. Auf der Autobahn säuselt er vor sich hin, Kraft ist stets im Überfluss vorhanden. 8,6 Liter Diesel soll sich das Kraftpaket im Durchschnitt genehmigen, bei einer ersten Ausfahrt waren es 10,2 Liter.
Dazu verwöhnt das SUV mit einem limousinenähnlichen Komfort. Agiler kann man in diesem Segment wohl kein Fahrzeug bewegen. Dazu trägt auch die wirklich empfehlenswerte Sechsgang-Automatik bei, die blitzschnell und trotzdem ruckfrei schaltet. Ein Torsionsdämpfer im Wandler macht es möglich. BMW hat das vorher arg straffer Fahrwerk etwas "entschärft", so das kurze Stöße den Passagieren weniger heftig in die Glieder fahren. Auf Wunsch sind neben den Sportsitzen auch die aus dem 5er bekannten Komfortsitze zu haben. Überhaupt gibt es gegen Geld BMW-typisch alles,, was gut und teuer ist. Xenon-Leuchten mit Kurvenlicht und Abbiegefunktion zum Beispiel für 910 Euro, Leder für 2060 Euro oder ein Navigationssystem ab 1720 Euro. Es ist also kein Problem, den üppigen Preis zielstrebig in die 60 000 Euro-Region zu hieven.
Ebenfalls an Bord des Top-Modells ist der permanente Allradantrieb X-Drive mit variabler und proaktiver Momentenverteilung. Das intelligente System sorgt auf der Straße für ein narrensicheres Fahrverhalten, im Gelände lässt es den X3 relativ problemlos über schlechtes Geläuf kraxeln. Ein Bergabfahrhilfe (Hill Descent Control) lässt in am Berg kontrolliert langsam und ohne abbremsende Räder rollen. Auch wenn laut BMW "99 Prozent der Kunden den X3 nie im Gelände bewegen", bleibt eine Art innere Sicherheit unter dem Motto "Ich könnte, wenn ich wollte". Neu ist die abschaltbare Traktionskontrolle (DTC), die sich jetzt für die Bewegung auf glattem Untergrund auch abschalten lässt. Das ESP wurde überarbeitet, außerdem wird Fading an den Bremsen durch Hitze oder Wasser durch die Elektronik kompensiert.
Der neue BMW X3 ist knapp 4,60 Meter lang, 1,85 Meter breit und 1,70 Meter hoch, die Außenmaße blieben also nahezu erhalten. Auch bei der Optik passierte relativ wenig. Wenn alter und neuer X3 nebeneinander stehen, sind die Unterschiede deutlich, doch dem Laien auf der Straße wird das kaum auffallen. Stoßfänger und Grill sind jetzt in Wagenfarbe lackiert, das sorgt für eine weniger offroadspezifische Anmutung. Die Scheinwerfer wurden vorn wie hinten ebenso leicht verändert wie die Niere am Fronteinlass, die je nach Modell eine unterschiedliche Farbe erhält. Innen können die Kunden aus einer großen Vielfalt an Farben und Dekoroberflächen wählen. Einige Details wie der Aufbau der Türen oder einige Zierelemente sollen den doch sehr nüchternen Vorgänger vergessen machen, doch hier wäre mehr wirklich mehr gewesen.
Es gibt natürlich nicht nur den starken Diesel. Auch die neue Generation der Reihensechszylinder-Benzinmotoren mit 3,0 und 2,5 Litern Hubraum kommt zum Einsatz. Die mit einem Magnesium-Aluminium-Verbundkurbelgehäuse, Valvetronic und Bi-Vanos ausgestatteten Antriebseinheiten leisten 200 kW/272 PS beziehungsweise 160 kW/218 PS. Die Preise beginnen bei 42 600 und 40 100 Euro. Günstigster Diesel bleibt der 2.0d mit 110 kW ab 36 200 Euro. Ein weiterer 3.0-Liter-Diesel mit 160 kW/218 PS ist ab 43 000 Euro zu haben. Billig ist X3-Fahren nicht, daran ändert sich nichts. Aber solange BMW in diesem Segment die Nase vorn hat, spielt das wohl keine Rolle. Und die Nase haben die Münchener nicht nur beim Preis vorn, sondern auch mit dem Sahnestück hinter der Niere, das eine neue Art der Sportlichkeit in das wachsende SUV-Segment bringt. (ar/sb) |