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Frischzellenkur für den Renault Scénic
Tuesday, 12. September 2006
Renault Scénic. Foto: ar/Renault
Renault Scénic. Foto: ar/Renault
 
Renault Scénic. Foto: ar/Renault
Renault Scénic. Foto: ar/Renault
Viel Platz und große Flexibilität bei geringen Abmessungen - das ist das eigentlich einfache Erfolgsgeheimnis der Kompaktvans. Erstmals wurde es 1996 von Renault mit dem Scénic konsequent umgesetzt, der seitdem trotz zahlreichem "Nachwuchs" von anderen Herstellern bis zum heutigen Zeitpunkt die Verkaufshitliste in Europa anführt und auch in Deutschland im Spitzentrio vertreten ist. Damit das so bleibt, haben die Franzosen der 2003 eingeführten zweiten Generation nun eine Frischzellenkur verpasst. Und mit dem Grand Scénic XXL sogar eine neue Variante: Trotz des langen Radstandes gibt es ihn nun serienmäßig auch als Fünfsitzer mit voluminösen Ladeabteil. Und das gegenüber dem Siebensitzer sogar um 500 Euro preiswerter.

Äußerlich beschränkten sich die Franzosen bei ihrem Erfolgsmodell auf leichte Retuschen. Größere Scheinwerfer, eine breitere Kühlluftöffnung in der Frontschürze, in Wagenfarbe lackierte Außenspiegel und aktualisierte Rückleuchten in LED-Technik sind schon die wichtigsten Punkte. Und auch im Innenraum muss man schon genauer hinschauen, um in den drei Ausstattungs-Stufen Authentique, Dynamique und Privilège Veränderungen festzustellen. Generell gibt es neue, strapazierfähigere Polsterstoffe, wertigere Oberflächenmaterialien und zeitgemäßere Farbkombinationen. Retuschen also an einem Interior-Konzept, das wegen seiner Variabilität, Übersichtlichkeit und Funktionalität schon lange gelobt wird.

Unter dem Blech tut sich schon mehr. Die Motorenpalette des Kompaktvans wurde jetzt um einen 2,0-Liter-Selbstzünder erweitert, so dass sie jeweils vier Benziner und Diesel umfasst. Der neue 110 KW / 150 PS starke Spitzendiesel mit Vierventiltechnik und Piezzo-Einspritzung sowie Partikelfilter wird zunächst ausschließlich mit einem neu entwickelten Sechsgang-Automatik-Getriebe ausgeliefert, verhilft beiden Scénic-Modellen zu einer Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h und ermöglicht den Sprint von 0 auf 100 on 9,7 Sekunden.

Bei ersten Testfahrten erwies sich das Aggregat mit einem maximalen Drehmoment von 340 Nm bei 2000 U/min als äußerst durchzugsstark und auch die Automatik überzeugte. Durch die auf die Drehmomentkurve gut abgestimmte Gangspreizung verrichtet sie zügig und komfortabel ihren Dienst. Das hindert aber niemanden daran, dem Selbstzünder einmal auf kurvigen Straßen die Sporen zu geben. Das erzeugt durch die nach einer Fahrwerks-Überarbeitung geringeren Wankbewegungen und eine gute Richtungsstabilität erheblichen Fahrspaß und muss noch nicht einmal an der Zapfsäule bitter bereut werden: Runde sieben Liter sind ein mehr als akzeptabler Verbrauch.

Ebenfalls neu ist die Kombination des 1,9 dCi FAP-Diesel (96 kW / 130 PS) mit der proaktiven Vierstufen-Automatik, die ihr maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter bereits bei 1600 Umdrehungen mobilisiert und den Scénic auf 190 km/h beschleunigt. Darüber hinaus stehen an Dieselmotorten noch der 1,9-Liter FAP mit 81 kW / 110 PS sowie ein 1,5 dCi mit 78 kW / 106 PS bereit, der den 1,5er mit 63 kW / 86 PS ablöst. Bei den Benzinern reicht die Palette vom 1,4-Liter-Basistriebwerk (72 kW / 98 PS) bis zum 2,0-Liter-Turbo mit 120 kW / 163 PS. Neu ist, dass der 1,6-Liter nun serienmäßig über ein Sechsgang-Schaltgetriebe verfügt.

Gleich geblieben ist dagegen der Preisrahmen. Den Basis-Scénic mit dem 1,4-Liter-Benziner gibt es ab 17.000 und den kleinsten Selbstzünder ab 21.350 Euro. Der Preisunterschied ist ohne Erklärung enorm, wird aber durch die im Diesel vorhandene Klimaanlage und das Radio verständlich. Der Aufpreis für den um 23cm längeren Grand Scénic XXL mit "nur" fünf Sitzen beträgt 700 und für den siebensitzigen Grand Scénic weitere 500 Euro. Bislang beträgt der Modellmix von kleiner und großer Version 70 zu 30, was sich nach den Vorstellungen der Marketing-Leute zumindest nun auf 60 zu 40 verändern soll. Keine Utopie, bietet der XXL, also der reine Fünfsitzer, mit einem Ladevolumen von bis zu knapp 2000 Liter zweifelsohne den meisten Gegenwert (ar/hhg)
 
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