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Studie: Klimaanlagen treiben Spritverbrauch enorm nach oben |
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Wednesday, 17. May 2006 |
Weniger dramatisch war der Mehrverbrauch auf der Autobahn oder Landstraße: Dort flossen ein bis zwei Liter zusätzlich durch den Ansaugtrakt. Besonders Fahrzeuge mit kleinen Benzin-Motoren reagierten auf das Anschalten der Klimaanlage mit deftigen Aufschlägen. Den "Rekord" hielt ein Ford Fiesta mit einem 1,3-Liter-Motor (Baureihe E4/44 kW/60 PS), der den Messungen zufolge statt vorher 9,29 dann 15,07 Liter Benzin verbrauchte, eine Steigerung von 62,2 Prozent. Es folgen ein Daihatsu YRV 1,3-Liter (64 kW) mit 29,1 Prozent Mehrverbrauch (8,64 auf 11,16 Liter) und ein Mercedes E 240T (124 kW), der sich statt 15,04 Liter 19,04 Liter genehmigte. "Nur" 13,6 Prozent mehr Sprit konsumierte ein Volvo S60 (147 kW), der statt 14,40 mit Klimaanlage 16,37 Liter Benzin verbrauchte. Das hat auch etwas mit der Qualität der Klimatisierung zu tun. "Teure Autos haben bessere Klimaanlagen", sagt Dr. Axel Friedrich von Umweltbundesamt in Dessau. Wenn die Elektronik mitregelt - wie im Fall einer Klimaautomatik - geht der Verbrauch weniger deftig nach oben.
Hintergrund der Untersuchung war die Entwicklung eines neuen Messverfahrens, um die Kosten der Klimaanlagen für den Käufer sichtbar zu machen. Denn bisher gibt es keine entsprechende Verordnung für Autohersteller, den Mehrverbrauch in der so genannten EU-Norm mit einzubeziehen. Da jedoch inzwischen 80 Prozent der Neuwagen mit einer Klimaanlage zum Kunden rollen, will die EU-Kommission eine entsprechende Verordnung angehen. Doch noch sind die Ergebnisse der Untersuchung nicht in Brüssel, und dann wird es auch noch dauern, bis entsprechende Regelungen verabschiedet werden. Angesrebt ist dann ein Label, dass den Verbrauch inklusive Klimaanlage ausweist.
Im Schnitt, so Friedrich, treibt die Klimaanlage den Verbrauch zwischen zehn und 20 Prozent in die Höhe. Den enormen Sprung im untersuchten Fiesta bezeichnete er als "Extremfall". Der Verbrauch steigt übrigens nicht nur bei warmen Temperaturen, wenn die Klimaanlage angeschaltet ist. Auch bei 13 Grad Außentemperatur registrierten die Tester sechs bis acht Prozent Mehrverbrauch. Wer die Luft im Auto auf 20 Grad erwärmt, lässt die Klimaautomatik arbeiten, um die angesaugte Luft zu trocknen. Das muss der Autofahrer mit bis 1,3-Liter Mehrverbrauch bezahlen. Eine Regelung und Aufklärung wünscht sich Friedrich möglicht rasch: "Bisher haben Autofahrer Verbrauchnachteile, ohne das überhaupt zu wissen." Eine Lösung ist denkbar einfach. Die Klimaanlage einfach häufiger ausschalten. (ar/sb) |