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Service: Wie kann das Punktekonto in Flensburg reduziert werden? |
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Wednesday, 24. May 2006 |
 | | EU-Kartenführerschein. Foto: ar/ADAC | | |
 | | Vorbereitung zur MPU. Foto: ar/TÜV Süd |
Autofahrer, die über ein hohes Punktekonto in Flensburg verfügen, haben die Möglichkeit dieses zu reduzieren. Das ist zum Beispiel mit einer verkehrspsychologischen Beratung beim TÜV Süd möglich. Weitere Varianten sind die Teilnahme an einem Aufbauseminar BASplus oder NAFAPlus bei den Überwachungsvereinen in Deutschland. Den meisten Betroffenen ist es nicht bewusst, dass sie so einem drohenden Führerscheinentzug entgegensteuern können. Dieser kann dann richtig teuer werden und eventuell sogar die Existenz bedrohen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt nutzen bislang nur acht Prozent der notorischen Punktesammler bundesweit die Möglichkeit, den "Kontostand" beim Verkehrszentralregister rechtzeitig zu reduzieren.
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee möchte künftig bis zu 2000 Euro von den Autofahrern kassieren, die zu stark aufs Gas drücken oder auf der Autobahn dem Vordermann zu dicht auffahren. Wer durch Geschwindigkeitsüberschreitungen oder andere Vergehen auf vier Rädern schon bedrohlich viele Punkte in Flensburg gesammelt hat, muss sich darüber bewusst sein, dass bei 18 Punkten die Fahrerlaubnis weg ist. Noch härter will Tiefensee Autofahrer nach "übermäßigem Drogenkonsum" bestrafen, sie sollen bis zu 3000 Euro zahlen.
Durch die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung können Autofahrer, die zwischen 14 und 17 Strafpunkten angehäuft haben zwei Punkte tilgen, erklärte Thomas Wagenpfeil von TÜV Süd. Die verkehrspsychologische Beratung bietet mit drei einstündigen Beratungsgesprächen nicht nur die Chance für einen Neuanfang am Steuer und ist in dem Punktebereich die einzige Möglichkeit zur Reduktion des Kontos. Sie verhindert zudem den Verlust von Mobilität und damit Lebensqualität und nicht zuletzt hohe finanzielle Einschnitte.
Ziel der verkehrspsychologischen Beratung ist es, die persönliche Einstellung zum Straßenverkehr sowie das eigene Verhalten bei der Verkehrsteilnahme realistisch wahrzunehmen. Die Beratung findet in Form von Einzelgesprächen statt, informierte der TÜV Nord. Die Gesprächsinhalte mit dem Verkehrspsychologen unterliegen dabei natürlich der Schweigepflicht. In der letzten Stunde wird vom Berater eine Bescheinigung zur Vorlage bei der Fahrerlaubnisbehörde ausgestellt.
Hat der Autofahrer zwischen neun und 13 Punkten auf seinem Konto und ist mindestens einmal durch Alkohol oder Drogen im Straßenverkehr in Erscheinung getreten, kann er freiwillig an einem Punkteabbauseminar teilnehmen. Nach der Teilnahme reduziert sich das Konto um zwei Punkte.
Vier Punkte Rabatt für sein Konto in Flensburg bekommt der derjenige, der weniger als neun Punkte vorzuweisen hat. Allerdings müsse er ebenfalls schon einmal wegen Alkohol oder Drogen aufgefallen sein, erklärte der TÜV Nord.
Weist das Punktekonto einen Stand von weniger als 14 Punkten aus und es ist kein Verstoß unter Alkohol- oder Drogeneinfluss darunter, kann der Autofahrer an einer entsprechenden Fahrschule an einem Aufbauseminar teilnehmen. Bei weniger als neun Punkten reduziert sich der Kontostand um bis zu vier Punkte und bei neun bis 13 Punkten gibt es zwei Punkte Abzug.
Wer die Fahrerlaubnis aufgrund eines übervollen Flensburger Punktekontos verliert, gibt auf dem Weg zurück zum Führerschein durchschnittlich rund 7500 Euro aus. Diese Summe enthält die primären Kosten wie Geldstrafen, Gebühren, Verdienstausfall, Kosten für Anwalt und die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Dass der Führerscheinentzug wegen zu vieler Punkte besonders teuer werde, liege wohl daran, dass es hier insbesondere die beruflichen Vielfahrer trifft, erklärte Wagenpfeil. (ar/nic) |