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Service: Umrüstung auf Winterreifen früh planen
Wednesday, 30. August 2006
Winterreifen liegen voll im Trend: Die Zahl der Autofahrer, die umrüsten, steigt seit Jahren und liegt inzwischen über 50 Prozent. Wie die Initiative "Pro Winterreifen" ermittelt hat, lag die Umrüstquote bei in diesem Jahr bei 54 Prozent, das bedeute eine Steigerung um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dafür ist natürlich auch die Politik verantwortlich, die mittlerweile eine richtige Bereifung quasi vorschreibt. Auch wenn jetzt noch "Sommer" ist, die Zeit zur Umrüstung und Anschaffung ist nahe.

Der Zeitpunkt zum Kauf der neuen Pneus ist günstig. Denn jetzt ist das Wunschprodukt garantiert vorrätig und ein Termin zur Montage leicht zu vereinbaren. Auf den Internetseiten der einschlägigen Handelsketten wie Point S oder www.reifendirekt.de locken Sonderangebote, auch wenn es sich teilweise um Produkte der vergangenen Saison handelt. Ein Preisvergleich ist dabei Pflicht: Die Angebote weisen Preisunterschiede von bis zu 30 Prozent auf - wohlgemerkt für ein und dasselbe Produkt. Auf Komplettangebote achten: Wuchten und Montage sollten ebenso inklusive sein wie die Entsorgung der Altreifen. Wer sich jetzt kümmert, muss die Reifen ja noch nicht aufs Auto montieren lassen, was bei Temperaturen jenseits der 20 Grad ein ziemlicher Unsinn wäre. Aber die Reifen können in aller Ruhe ausgesucht, auf die Felgen aufgezogen, ausgewuchtet und dann zur Seite gelegt werden - und werden dann im Oktober nur noch aufgesteckt.

Die Argumente gegen Winterreifen sind immer wieder die gleichen: hoher Preis, begrenzte Geschwindigkeit, und überhaupt, die Winter seien hierzulande längst nicht so streng. Doch Winterreifen spielen nicht erst auf Schnee und Eis ihre Vorteile gegenüber Sommerreifen aus. Sobald die Temperatur auf sieben Grad Celsius und niedriger fällt, sorgen sie für bessere Traktion und damit für mehr Sicherheit, auch auf nasser Fahrbahn. Der Winter in unseren Breiten ist sowieso eher nass als schneereich: 45 Prozent der Winterzeit sind die Straßen einfach nur nass, zu 15 Prozent schneebedeckt und zu 40 Prozent sogar trocken, aber kalt. Ergo kommt den Nässeeigenschaften eines Winterreifens höhere Bedeutung zu als der Traktion auf Schnee und Eis. Die Reifenindustrie entwickelt ihre Produkte entsprechend. Allwetterreifen. also Pneus fürs ganze Jahr, können Winterreifen in Sachen Grip bei Regen und Schnee nicht das Wasser reichen. Also auf die Schneeflocke an der Flanke achten, sie weist den Pneu als echten Winterreifen aus.

Natürlich kosten neue Reifen Geld. Je nach Größe und Marke fallen zwischen 40 und 200 Euro pro Reifen an, bei SUVs oder Sportwagen steigen die Kosten wegen der breiten "Schlappen" sogar noch kräftiger. Dafür halten die Sommerreifen länger, weil sie im Winterhalbjahr Pause haben. Am besten kauft man die Winterreifen auf Felgen, einfache aus Stahl reichen, so dass die kompletten Räder am Saisonende abmontiert und gelagert werden können. Weitere Sparmöglichkeit: Reifen einer niedrigeren Geschwindigkeitskategorie. Autos, die schneller als 190 km/h fahren können, brauchen Reifen der Kategorie H; diese sind bis 210 km/h zugelassen. Bei Sommerreifen streng verboten, ist es bei Winterreifen erlaubt, etwa T-Reifen (bis 190 km/h) zu montieren, wenn im Sichtbereich des Fahrers, also auf dem Armaturenbrett oder in einer Ecke des Tachodisplays, ein Aufkleber platziert wird.

Der Handel stellt sich auf den Ansturm der Kunden ein. Teilweise verlängern die Händler ab September oder Oktober ihre Öffnungszeiten. Wer sich Angebote einholt, kann diese Information gleich mit erfragen. Für Urlauber: In einigen Ländern besteht sogar eine echte Winterreifenpflicht: In Slowenien zwischen dem 15. November und dem 15. März. Ausländische Fahrzeuge sind hiervon lediglich bei winterlichen Straßenverhältnissen betroffen. Das Profil der Reifen muss mindestens drei Millimeter betragen. In Finnland gilt für in- und ausländische Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht sowie bei Anhängergespannen auch für den gebremsten Anhänger eine Winterreifenpflicht vom 1. Dezember bis 29. Februar. Auch hier liegt die Mindestprofiltiefe bei drei Millimeter. In Österreich und der Schweiz können Autofahrer ihren Versicherungsschutz verlieren, wenn ihr Fahrzeug nicht angemessen bereift ist, auch wenn es keine gesetzlich formulierte Winterreifenpflicht gibt.

Wer auf Winterreifen umrüstet, fährt auf der sicheren Seite. Also rechtzeitig an den Wechsel denken, frühzeitig kaufen und vor dem ersten Nachtfrost wechseln. Dann kann der Winter kommen, auch wenn jetzt noch gelegentlich sommerliche Gefühle aufkommen. (ar/sb/kj)

Hinweis an die Redaktionen: In der kommenden Woche geben wir Hinweise zur Montage und Lagerung der Winterreifen.
 
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