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Service: Lkw müssen vor Fahrtantritt eisfrei sein
Tuesday, 24. January 2006
Feuchtigkeit, die sich während der wärmeren Stunden ansammelt, gefriert über Nacht zu mehr oder weniger dicken Eisschichten. Auf den Lkw-Planen können sich leicht über hundert Liter Wasser ansammeln, das zu Eisblöcken gefriert. Erwärmt sich während der Fahrt das Fahrzeug oder flattern die Planen, lösen sich die Eisplatten und fliegen unkontrolliert durch die Gegend. Bestenfalls ist nur die Scheibe kaputt, im schlimmsten Fall werden die schweren Eisschollen zu lebensgefährlichen Geschossen. Ein zehn Kilo schweres Eisstück, das bei nur 50 km/h einschlägt, entwickelt bereits ein Aufschlaggewicht von ca. 550 Kilo. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) fordert deshalb alle Lkw-Fahrer auf, darauf zu achten, dass die Dächer ihrer Fahrzeuge schnee- und eisfrei sind.

Auch bei der Polizei sind die fliegenden Eisschollen von Lkw ein Thema. "Wir haben derzeit verstärkt ein Auge darauf, von den Eisplatten geht eine große Gefahr aus", sagt Franz Winkler, Sprecher Polizeipräsidium Frankfurt. Wer mit einem vereisten Brummi erwischt werde, zahle bis zu 50 Euro Ordnungsgeld und kassiere drei Punkte in Flensburg. Kommt es zu einem Unfall, dann ist mit deutlich schärferen Konsequenzen zu rechnen. Ein Fahrer, der seinen Lkw nicht vom Eis befreit, handelt mindestens fahrlässig. Falls es zum Unfall kommt, zahlt die Haftpflicht mögliche Schäden am Fahrzeug oder - noch viel schlimmer - kommt für die Versorgung eines Verletzten auf.

Trotz der Kontrollen rät der AvD Pkw-Fahrern, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu wahren. Außerdem muss besonders im Umfeld von Speditionen mit Eis auf den Fahrbahnen gerechnet werden. Generell sind alle Autofahrer verpflichtet, ihre Autos komplett von Schnee und Eis zu befreien. Wer sich nur ein "Guckloch" frei kratzt, mit einer Verwarnung in Höhe von 35 Euro rechnen, wenn er ertappt wird. Eine Mithaftung ist außerdem auch dann möglich, wenn man unverschuldet in einen Unfall verwickelt wird, aber wegen ungenügender Sicht zu spät reagiert. (ar/sb)

 
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