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Service: Autoüberführung ohne Reue bei den Kosten
Wednesday, 9. August 2006
Auslieferungsturm der VW-Autostadt in Wolfsburg. Foto: ar/Volkswagen
Auslieferungsturm der VW-Autostadt in Wolfsburg. Foto: ar/Volkswagen
 
Wenn ein Autokauf ansteht, beschränken sich die Kosten nicht nur auf den reinen Kaufpreis. Die Wunschliste der Extras treibt den Preis weiter nach oben. Und dann kommt das manchmal dicke Ende: die Überführungskosten. Zwischen Null und 1300 Euro ergaben Recherchen von ar. Und nicht nur der Hersteller, auch der Händler hat bei der Überführung ein Wörtchen mitzureden. Ganz ohne Überführungskosten geht es selten, aber Kunden können mit der Selbstabholung die Kosten reduzieren und sich den Tag dabei versüßen. Aus Platzgründen beschränken wir uns auf die "deutschen" Hersteller.

Der Klassiker der Selbstabholung: die Autostadt Wolfsburg. Auch wenn die Preise kürzlich angestiegen sind, bietet Volkswagen einen Erlebnistag für bis zu sechs Personen mit einem 50 Euro-Gutschein für Restaurants und Shops. Die "normalen" Eintrittspreise von 15 Euro pro Nase fallen dabei weg. 300 Euro (unverbindliche Preisempfehlung) kostet die Abholung, die durch den Auslieferturm einen echten technischen und optischen Leckerbissen bietet. Auch eine Werksführung ist enthalten. Bei der "Erlebnisabholung deluxe" ist noch eine Übernachtung inklusive im Ritz-Carlton-Hotel auf dem Werksgelände dabei, das Paket kostet 50 Euro mehr oder ist bei einigen Fahrzeugen als Bonus inklusive. Etwa jedes dritte Fahrzeug wird in Wolfsburg an Kunden ausgeliefert - pro Jahr 170 000. Die Besucherzahl der Autostadt liegt bei etwa zwei Millionen, sagt Dr. André Schirmer, Sprecher der Autostadt. Die VW-Händler kalkulieren frei, wenn die Kunde bei ihnen abholt. Billiger wird es so in der Regel nicht.

Ford bietet keine Selbstabholung an - es fehlt in Köln Niehl eine Prachtmeile zur Präsentation. Beim Händler differieren die Preise für die Überführung stark und sind durchaus verhandelbar. Grundsätzlich gilt: je größer das Fahrzeug, desto teurer der Transfer. Für einen S-Max werden zum Beispiel zwischen 398 und 783 Euro fällig. Dabei sind große Händler oft flexibler und günstiger als kleine.

Auch bei Opel ist der Preis für die Überführung Händlersache. Es gibt zwar eine interne Pauschale der Herstellers für den Transport, aber letztendlich bestimmt der Opel-Partner. Ein Händler in Hannover veranschlagt die Überführung je nach Nachfrage für ein bestimmtes Modell, mit der Größe oder dem Produktionsort haben die Kosten nichts zu tun.

Bei Porsche können Selbstabholer ebenfalls in der Regel sparen. In Zuffenhausen kostet ein Abholpaket für 911 oder Boxster/Cayman 464 Euro inklusive Tankfüllung, Werksführung, Besuch im Museum und Drei-Gänge-Menü, in Leipzig ist für Cayenne und GT neben der Werksführung noch eine Testfahrt inklusive Instruktor (auf Wunsch auch im Gelände) für 696 Euro dabei. Beim Händler kostet die Überführung einem Sprecher zufolge zwischen 360 und 800 Euro, der Preis ist hier je nach Modell aber wie üblich verhandelbar.

BMW baut gerade ein großes Auslieferungscenter in München. Ab Frühjahr 2007 können Kunden hier die Markenwelt erleben. Billiger wird die Abholung im Vergleich zur Überführung nicht, so ein Sprecher. Derzeit ist der Preis abhängig von der Entfernung von Produktionsort - und von der Verhandlungsbereitschaft des Händlers.

Audi hat mit seinem Foren in Neckarsulm und Ingolstadt gleich zwei Erlebniswelten gebaut. Die Fahrzeugauslieferung in Ingolstadt hat auf 77 000 Quadratmetern neben einem Museum auch eine Werksführung und ein Mittagessen zu bieten. Den Preis der Selbstabholung muss mit dem Händler verhandelt werden, von Audi werden hier lediglich Pauschalen je nach Größe des Fahrzeuges vorgegeben. Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen hierbei zwischen 360 Euro (A3) und 470 Euro (A8 oder Q7) inklusive Einweisung, Essen im Mövenpick und vollem Tank. Bis zu 350 Fahrzeuge werden in Ingolstadt täglich abgeholt, in Neckarsulm etwa 100. Welche Kosten der Händlerin Rechnung stellt, bleibt ihm überlassen.

Mercedes lässt die Kunden nicht nur in Sindelfingen bei Stuttgart, sondern auch in den Werken Bremen und Rastatt hinter die Kulissen blicken, bevor sie mit dem neuen Auto die Heimreise antreten. Dabei kann der Käufer sogar richtig sparen: An ihrem Produktionsstandort können die Mercedes-Modelle abgeholt werden, ohne dass den Kunden Überführungskosten in Rechnung gestellt werden. Bei den Händlern hängt der Preis von der Entfernung zum Produktionswerk und vom Modell ab.

Auch große Vermieter wie Sixt verkaufen zahlreiche Autos. Bei Vermietfahrzeugen, die Sixt von den Herstellern bezieht, übernimmt der Vermieter auch den Transport. Es fallen also für Sixt so gut wie keine Überführungskosten an. Wer bei Sixt - etwa im Autoland Garching - ein Auto kauft (meist per Internet), bekommt den Wagen für pauschal 199 Euro vor die Tür geliefert - unabhängig vom Modell und wo auch immer der Kunde in Deutschland wohnt. (ar/sb)

 
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