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Höchste Zeit für die Auto-Winterkur
Wednesday, 23. November 2005
Viele Autofahrer bleiben im Winter wegen einer schwachen Batterie liegen. Foto: ar/ADAC
Viele Autofahrer bleiben im Winter wegen einer schwachen Batterie liegen. Foto: ar/ADAC
 
Offiziell beginnt der Winter am 21. Dezember. Dass sich das Wetter nicht an den Kalender hält, mussten viele Autofahrer in den letzten Tagen erfahren - viele wurden vom ersten Schnee und Frost eiskalt erwischt. ar gibt Tipps, wie Sie ihr Fahrzeug optimal auf die kalte Jahreszeit vorbereiten.

Wer jetzt noch nicht die Winterreifen aufgezogen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Die Reifenhändler schwenken zwar schon die weiße Fahne, weil sie dem Kundenansturm nicht mehr gewachsen sind. Wer die Wartezeit überbrücken will, kann schon einmal vorarbeiten: Beim Stöbern in der Garage auf der Suche nach dem Beutel mit den passenden Radmuttern kann man gleich die Frage klären, wo im letzten Mai Eiskratzer und Handfeger verstaut wurden - und daran gehen, das Auto winterfit zu machen.

Eiskratzer gehören für Laternenparker zum absoluten Muss. Am besten sind Eiskratzer mit stabilem Handgriff, einer glatten Kante gegen Eis und Reif und einer gezackten für dicke Eisschichten. Eine zusätzliche Gummilippe dient zum Abziehen nasser oder beschlagener Scheiben. Bequemer, aber nicht ganz billig sind Scheibenenteisersprays. Tipp: Am Abend nach dem Einparken noch einmal die Scheibenwaschanlage laufen lassen. Dann ist die Scheibe sauber, so dass Schmutzpartikel beim Freikratzen nicht zu kleinen Schlieren führen.
Es reicht nicht, ein kleines Guckloch freizukratzen und darauf zu vertrauen, dass die Heizung während der Fahrt den Rest erledigt. Passiert ein Unfall, zahlt die Kasko-Versicherung nicht. Kontrolliert die Polizei, kostet der Blindflug 35 Euro Verwarnungsgeld. Billiger (10 Euro) kommt da weg, wer sein Auto beim Kratzen warmlaufen lässt; dabei ist der größte Effekt dieser morgendlichen Unsitte, dass die Luft mit Abgasen verpestet und Sprit verschwendet wird. Nennenswert auf Betriebstemperatur kommt der Motor nicht, deshalb erzeugt die Heizung auch kaum Wärme.

Unbedingt ins Auto gehört ein Handbesen, um Schnee von Dach, Kofferraum und Motorhaube zu entfernen. Wer seine oder die Sicht des Hintermanns durch unnötige Verwehungen behindert, handelt fahrlässig. Empfehlenswert sind auch Handschuhe, damit die Hände beim Eiskratzen und Freischaufeln nicht auskühlen.

Türschlossenteiser sollten nicht im Auto aufbewahrt werden, sie gehören in die Mantel- oder Jackentasche. Vorbeugen ist besser: Schloss mit Graphit oder Kriechöl vorbehandeln, damit eindringende Feuchtigkeit sich nicht festsetzt. Eine Rolle wasserfestes Klebeband im Auto ist für Waschstraßennutzer ratsam. Damit vor der Fahrt durch die Waschanlage die Schlösser abdichten, schon dringt kein Wasser ein, das einfrieren könnte.

Gummimatten mit Wabenmuster nehmen Schmutz und Schmelzwasser auf und beugen schwer zu entfernenden Salzflecken auf dem Teppichboden vor. Zur Not geben sie auch eine gute Anfahrhilfe ab, wenn das Fahrzeug tief zugeschneit wurde.

Rund zwei Drittel aller winterlichen ADAC-Einsätze gehen auf Startprobleme zurück. Ein kurzer Check vor der kalten Jahreszeit deckt Schwachstellen auf. Punkt eins: der Flüssigkeitsstand. Je nach Batterie kann man diesen von außen prüfen, die Flüssigkeit in den Zellen muss die Markierung auf dem durchsichtigen Batteriegehäuse erreichen. Bei Batterien, die sich aufschrauben lassen, müssen die Bleiplatten gut bedeckt sein. Nachgefüllt werden darf nur mit destilliertem Wasser. Ebenfalls überprüfen: Sitzen die Plus- und Minusklemmen fest, haben sich Schmutzkrusten gebildet? Wenn ja: Die Pole abbürsten und danach mit Polfett (gibt es im Zubehörhandel) bestreichen. Für alle Fälle sollte ein Starthilfekabel an Bord sein.

Das Scheibenwaschwasser braucht nun einen speziellen Reinigungszusatz mit Frostschutz; den nicht zu sparsam verwenden, denn sonst sind bei knackigen Minusgraden die Scheibenwischerdüsen im Nu eingefroren. Auch die Scheibenwischer verdienen einen prüfenden Blick. Ziehen sie Schlieren oder ist die Lippe gar eingerissen, muss Ersatz her. Zur perfekten Sicht gehören auch saubere Scheiben - und zwar von innen. Die Scheiben sollten regelmäßig gereinigt werden, denn verschmutzte Scheiben beschlagen schneller und schlucken enorm viel Licht. Zum Reinigen nimmt man einen einfachen Haushaltsglasreiniger. Wer im Auto raucht, sollte einmal die Woche zum Putzlappen greifen. Eine Voraussetzung für beschlagfreie Scheiben ist eine gute Entlüftung des Innenraumes. Daher: Laub und andere Fremdkörper aus dem Luftschacht vor dem Lüftungsgebläse entfernen.

Kleinere Lackschäden sollte man am besten vor dem salzhaltigen Winter ausbessern und das Blech anschließend einwachsen, um dem Rost keine Chance zu geben. Danach alle Türdichtungen mit Pflegebalsam (als Pflegestift im Zubehörhandel) behandeln. Bei Frost können sie sonst am Blech festkleben und reißen. (ar/kj)
 
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