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Der größte Spritsparer sitzt hinter dem Steuer
Monday, 24. September 2007
Nur 31 Prozent des Kraftstoffs gehen tatsächlich an die Antriebsachse. Grafik: ar/Audi
Nur 31 Prozent des Kraftstoffs gehen tatsächlich an die Antriebsachse. Grafik: ar/Audi
 
Viele Automobilhersteller bieten zurzeit energieeffiziente Modelle an, die trotz hoher Motorleistung wenig Kraftstoff verbrauchen und möglichst geringe Mengen CO2 ausstoßen. Bei Volkswagen beispielsweise sind es die BlueMotion-Fahrzeuge und bei Audi die e-Modelle. Aerodynamischer Feinschliff, eine geänderte Getriebeübersetzung und Reifen mit geringerem Rollwiderstand sind einige Maßnahmen. 23 Prozent der im Kraftstoff enthaltenen Energie werden benötigt um Luftwiderstand und Anfahrgewicht zu überwinden.

Lediglich ein knappes Drittel des Treibstoffs geht tatsächlich unmittelbar an die Anztriebsachse, rechnet Dr. Peter Gebhardt vor, der bei Audi für Fahrphysik und Verbrauch zuständig ist. 69 Prozent des Kraftsstoffverbrauchs lassen sich demnach optimieren. Der Antriebsstrang mit Getriebe, Lenkhilfepumpen, Reifen und Radlagern kostet rund 19 Prozent des Kraftstoffs, ein weiteres Fünftel Energie verliert ein Fahrzeug durch Reibungsverluste des Motors und durch das Brennverfahren. Klimaanlage, Motorkühlung und die Elektrik benötigen etwa acht Prozent des Kraftstoffs.

Intelligentes Energiemanagement lautet dann auch bei Audi das Leitmotiv auf der Suche nach weiteren Verbrauchseinsparungen. Der Fahrer selbst ist bei aller Technik immer noch der größte Spritsparer, wie Thomas Kamla vom Audi-Entwicklungsteam betont. Maßgeblich beeinflusst die richtige Wahl der Gänge den Kraftstoffkonsum. So sind beispielsweise bei einem Audi A4 je nach Fahrweise durchschnittlich zwischen 4,5 und 8,5 Liter auf 100 Kilometer möglich. Ein einfaches, aber wirksames Mittel für verbauchsoptimiertes Fahren ist daher die Schaltanzeige, wie sie Audi in den e-Modellen und im A5 anbietet. Sie signalisiert dem Fahrer, wann der Gang gewechselt werden sollte, um die Drehzahl und damit den Verbrauch zu senken.

Audi will es bei der Gangempfehlung allein nicht belassen. Der Ingolstädter Autohersteller arbeitet unter anderem an Fahrerassistenzsystemen, die anzeigen, wann sich Verbraucher wie Klimaanlage, Heckscheibenheizung oder Nebelleuchten abschalten lassen, ohne dass Komfort und Sicherheit darunter leiden. Selbst an die Meldung, die Fenster zu schließen, um den Luftwiderstand zu senken, denkt der Autobauer. Ein weiteres Beispiel dafür, wie vor allem der Fahrer selbst den Verbrauch maßgeblich beeinflussen kann.

Audi testet derzeit auch zwei Fahrzeuge, die sowohl mit einer Start-Stopp-Automatik als auch einer Bremsenergierückgewinnung ausgerüstet sind. Im Zusammenspiel senken die beiden Systeme im Audi A5 2.0 TFSI und im A6 2.7 TDI den Verbrauch um etwa 0,4 Liter pro 100 Kilometer.

Mehr Aufmerksamkeit wird in Zukunft auch der Klimaanlage geschenkt, denn sie kann bei niedriger Geschwindigkeit und hohen Außentemperaturen den Kraftstoffverbrauch um über zwei Liter nach oben treiben kann. Das im A5 verbaute neue System verbraucht bei gleicher Leistung bereits 0,2 Liter weniger als die Klimaanlage im A6.

Künftig werden auch die Navigationssysteme ihren Teil zur kraftstoffsparenden Fahrweise beitragen. Der Autobauer entwickelt derzeit eine Methode, nach der nicht nur die schnellste und kürzeste, sondern auch die verbrauchgünstigste Route berechnet werden kann. (ar/jri)
 
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