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Vorstellung Ford Focus RS: Starke Leistung
Sunday, 1. March 2009
Ford Focus RS. Foto: ar/Ford
Ford Focus RS. Foto: ar/Ford
 
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Ford Focus RS. Foto: UnitedPictures
Jost Capito. Foto: UnitedPictures
Jost Capito. Foto: UnitedPictures
Jost Capito - Chef des RS-Teams und verantworltich für alle Ford-Motorsportaktivitäten. Foto: UnitedPictures
Jost Capito - Chef des RS-Teams und verantworltich für alle Ford-Motorsportaktivitäten. Foto: UnitedPictures
Ich will den Journalisten immer ins Gesicht sehen, wenn die aussteigen, erklärt offen und schlaksig Oliver Fuchs aus dem RS-Team sein Interesse. Lächeln will er sie sehen nach dem ersten Probegalopp. Wie ist er denn, fragt er uns, und wir antworten knapp und zutreffend: Geiler Motor, tolles Fahrwerk, beeindruckende Lenkung.

Dabei hatten wir unsere erste Tour mit dem Ford Focus RS voller Zweifel angetreten. Man kennt das ja beim hoch motorisierten Fronttriebler. Da zerren die PS an der Lenkung und lassen die Fahrt durch die Berge zu einem ständigen Kampf werden, während ein beinhartes Fahrwerk Hintern, Rückgrat und Eingeweide malträtiert.

Scheinbar gehört der Ford Focus RS auch zu diesen Autos; denn seine Designer haben sich sehr darum bemüht, jeden Gedanken an ein normales, mehrheitsfähiges Auto zu vermeiden. Den Rahmen der aktuellen Designelemente von Ford haben sie weit ausgedehnt, so dass auch niemand auch die Idee kommt, dieser Focus könne untermotorisiert sein. Voller Selbstbewusstsein setzen sie dem RS die Krone in Form eines riesigen Heckspoilers auf, wohl wissend, dass die für die Leistungsdaten notwendigen 19-Zoll-Räder und der Heckspoiler Gefahr laufen, mit sinnlosen Tuninganbauten verwechselt zu werden.

Innen herrscht auch beim RS Focus-Atmosphäre, ein bisschen aufgemotzt mit carbonähnlichen Einlagen sowie mit einem verkürzten Knüppel für das Sechs-Gang-Getriebe und Alu-Pedalen. Die Sportsitze von Recaro können voll überzeugen. Sie klemmen einen nicht ein, und geben doch guten Seitenhalt. Zusätzlich bieten sie einen Sitzkomfort, der hilft, das straffe Fahrwerk nicht als hart zu empfinden.

Das besondere am Fahrwerk ist die neue Vorderachse, die dafür sorgt, dass der Motor nicht mehr an der Lenkung zerrt. Zwar kann man mit der hohen Motorleistung die Traktion zusammenbrechen lassen, aber die Lenkung versucht nicht, dem Fahrer in Kurven beim Gasgeben das Lenkrad aus der Hand zu reißen. Der Grund für dieses unerwartet gute Verhalten der Lenkung nennt sich Reco-Vorderachsschenkel. Der verkürzt den Hebelarm, an dem der Motor zerren kann, und er sorgt dafür, dass die Räder beim Einlenken immer eben auf der Fahrbahn rollen und sich der Sturz nicht in Richtung positiv verändert. Hinzu kommt ein unerwartet guter Geradeauslauf.

Das Herz des RS schlägt im Fünf-Viertel-Takt. Es handelt ich um einen 2,5 Liter Hubraum großen Fünf-Zylinder-Motor mit Turboaufladung von 224 KW / 305 PS und einem maximalen Drehmoment von 440 Newtonmetern (Nm). Bei 1500 Umdrehungen pro Minute (U/min) liegen schon mehr als 275 Nm an. Anfahren und Hochbeschleunigen bereiten daher kein Problem. Zwischen 2500 und 4500 U/min liegen die 440 Newtonmeter an und erlauben volles Beschleunigen ebenso wie sanftes Gleiten.

Der Motor besticht mit unglaublicher Elastizität und benimmt sich in den unteren Drehzahlen wie ein sanftes Lamm. Mit jeder Faser drückt er aus: Ich bin alltagstauglich. Das gilt aber nur solange, bis man sich im Bereich zwischen 4500 U/min und der Drehzahl der höchsten Leistung von 6500 U/min bewegt. Dann meldet sich erst die Ansaugseite mit typischem Fünf-Zylinder-Geräusch, dann die Auslassseite und zum Schluss der Turbolader, der jedes Gasherausnehmen enttäuscht mit einem deutlichen Patschen quittiert.

In 5,9 Sekunden beschleunigt der RS von 0 auf 100 km/h. Die Spitzengeschwindigkeit liegt oberhalb 260 km/h. Das sind Werte, die Ford-Managern bei der Präsentation des RS einen Vergleich mit dem Porsche Cayman entlockten: Der RS sei schneller und viel billiger: 33 900 Euro und umfangreiche Ausstattung statt 49 831 Euro Basispreis beim Porsche.

Der Vergleich ist keineswegs überheblich. Zwar geht es beim Focus RS auch um einen Zweitürer, aber mit vier Sitzen und den praktischen Vorteilen des normalen Ford Focus: knapp 400 Kilogramm Zuladung, einen 385 Liter großen Kofferraum hinter der Heckklappe und ein Verbrauch im Durchschnitt (nach EU-Norm) von 9,4 Liter Super auf 100 km.

Wir haben jedenfalls Oliver Fuchs angelächelt. (ar/Sm)


Daten: Ford Focus RS

Länge x Breite x Höhe: 4,02 m x 1,84 m x 1,50 m
Leergewicht/Zuladung: 1468 kg/392 kg
Motor (Bauart, Hubraum): Fünfzylinder-Turbo, 2522 ccm
Max. Leistung: 224 kW / 305 PS bei 6500 U/min
Max. Drehmoment: 440 Nm zwischen 2300 und 4500 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 9,4 Liter Super
CO2-Emission: 225 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 5,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 263 km/h
Kofferraum: 385 Liter
Basispreis: 33 900 Euro
 
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