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Vorstellung Fiat Fiorino: Der Mini-Cargo ist geboren
Friday, 14. March 2008
Fiat Fiorino. Foto: ar/Fiat
Fiat Fiorino. Foto: ar/Fiat
 
Fiat Fiorino. Foto: ar/Fiat
Fiat Fiorino. Foto: ar/Fiat
Fiat Firorino - das war einst ein Fiat Uno mit einem großen hinteren Aufbau. Bei VW hieß das entsprechende Gegenstück Polo Caddy, bei Seat Inca, bei Ford Fiesta Courier und bei Citroën war es ein C15 genannter Visa. Rund 125 000 dieser Kleinwagen-Transporter, die älter als sieben Jahre sind, sollen noch auf unseren Straßen rollen. Und einen Teil davon möchte Fiat gerne durch den neuen Fiorino ersetzen, der außer dem Namen nichts mehr gemein mit seinem Vorgänger hat. Im Gegenteil: Mit dem Neuen wollen die Italiener ein ganz neues Fahrzeugsegment schaffen, das des Mini-Cargo.

Der Fiorino wird aus der Kooperation mit PSA baugleich auch als Citroën Nemo und Peugeot Bipper angeboten. Die Federführung des Projektes hatten die Italiener, die auch die Plattform des Grande Punto für den Kleinsttransporter zur Verfügung stellten. Die Idee des Mini-Cargo entstand vor drei Jahren. 380 Millionen Euro wurden seit dem investiert. Gebaut wird er im Werk des türkischen Fiat-Partners Tofas.

Trotz des Transportauftrags wirkt die Front des Fiorino auf Anhieb sympathisch, denn bei der Entwicklung wurde nicht nur auf die inneren Werte geachtet. Die große Scheibe, die in die Länge gezogenen Scheinwerfer und die gewölbte Motorhaube prägen den äußeren Auftritt Kleinstlieferwagens ebenso wie der bullig wirkende und weit hochgezogene Stoßfänger aus schwarzem Kunststoff. Da darf der Fiorino im Arbeitsalltag mit bis zu zwölf km/h im wahrsten Sinne des Wortes anecken, ohne dass er Schaden nimmt. Auch an der Seite und am Heck schützt schwarzes Plastik die Karosserie.

Bei 3,86 Metern Länge sowie jeweils 1,72 Meter Breite und Höhe bietet der kleine Fiat 2,5 Kubikmeter Stauraum und eine 1,50 Meter lange Ladefläche sowie mit Fahrer rund 460 Kilogramm Nutzlast. Durch den optional erhältlichen umklappbaren Beifahrersitz wächst das maximale Transportvolumen auf 2,8 Kubikmeter und die Ladelänge aif der rechten Seite noch einmal um einen Meter.

Serienmäßig verfügt der Fiorino über asymmetrisch geteilte Hecktüren, die 180 Grad weit aufschwingen können. Im Ladeboden finden sich sechs Verzurrösen. Der Kunde hat die Wahl zwischen einer, zwei oder gar keinen seitlichen Schiebetüren und kann sich zwischen fünf verschiedenen Trennwänden und -gittern entscheiden.

Während die hintere Hälfte ganz auf Zweckmäßigkeit ausgerichtet ist, verströmt der Fiorino vorne Pkw-Ambiente. Nacktes Blech findet sich lediglich in der oberen Hälfte der Tür rund um die Seitenscheibe. Doch das stört den guten Gesamteindruck kaum. Das Armaturenbrett fällt nach vorne hin ab und bietet so viel Platz für den Papierkram. Auch das Handschuhfach ist üppig dimensioniert. Der Fußraum ist unter den herausnehmbaren Textilfußmatten mit abwaschbarem Gummi ausgekleidet. Die Sitze sind hoch und bequem, der Schalthebel ist ebenfalls relativ weit oben platziert. Die vor allem für den innerstädtischen Verkehr ausgelegte Servolenkung wirkt nur bei höherem Tempo auf der Autobahn etwas gefühllos. Dafür glänzt der Fiorino in seinem Hauptrevier, der Stadt, mit einem Wendekreis von 9,95 Metern. Ab Basis sind ABS und Fahrerairbag an Bord. ESP gibt es nicht.

Zwei Motoren stehen zur Wahl. Rund 80 Prozent aller verkauften Fiorino dürften nach Fiat-Schätzungen den 1,3-Liter-Multijet-Diesel unter der Haube haben. Der erweist sich mit 55 kW / 75 PS mehr als ausreichend motorisiert, entwickelt er doch immerhin ein Drehmoment von 190 Newtonmeter bei 1750 Umdrehungen. Damit lässt sich der Stadtlieferwagen nicht nur in der City mit viel Durchzug von unten heraus flott und schaltfaul fahren, sondern wirkt auch auf Überlandfahrten nie untermotorisiert. Mit 4,5 Litern Durchschnittsverbrauch und 119 Gramm CO2 pro Kilometer zählt er außerdem zu den besonders sauberen und sparsamen Motoren.

Der 1,4-Liter-Benziner ist mit 54 kW / 73 PS nahezu genauso stark, leider aber ein wenig unter seiner Durchzugschwäche. Ab 120 km/h auf der Autobahn geht ihm auch deutlich die Puste aus. Beide Triebwerke sorgen für eine Endgeschwindigkeit von 157 km/h und sind mit einem 5-Gang-Getriebe gekoppelt. Für den Selbstzünder gibt es wahlweise auch eine automatisierte 6-Gang-Schaltung.

Der Fiorino wird nicht nur in zwei Ausstattungsvarianten angeboten, sondern ab April auch als Kombi mit einer Rücksitzbank und mittleren Seitenfenstern. Er unterscheidet sich durch eine etwas weiter nach vorne gezogene Front mit leicht geändertem Stoßfänger und empfiehlt sich für eine Mischnutzung. Die einteilige Rücksitzbank kann umgelegt, hochgeklappt oder komplett ausgebaut werden. Der kleine Mitteltunnel, unter dem der weit oben platzierte Auspuff verläuft, stört auf dem hinteren Mittelplatz, weil die Füße dort keinen Platz finden und seitlich davon an die Befestigung der Vordersitze stoßen. Für Kastenwagen wie Kombi wird es ab April außerdem eine Adventure getaufte Ausführung mit erhöhter Bodenfreiheit und Unterfahrschutz für den Einsatz auf schlechten Wegstrecken oder der Baustelle.

Im Sommer soll der Fiorino Panorama die Modellreihe komplettieren. Als Pkw-Variante bietet sie eine Heckklappe, eine hintere Sitzbank und drei Seitenscheiben. Über den Preis schweigt sich Fiat zurzeit noch aus. Den Transporter gibt es als Benziner ab 11602,50 Euro. (ar/jri)

Daten: Fiat Fiorino 1.3 Mulitijet Kastenwagen (1.4)

Länge x Breite x Höhe: 3,86 m x 1,72 m x 1,72 m
Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder-Turbodiesel, 1248 ccm (Vierzylinder-Benziner, 1360 ccm)
Leergewicht/Zuladung: 1165 kg (1145 kg), 535 kg
Max. Leistung: 55 kW / 75 PS bei 4000 U/min
Max. Drehmoment: 190 Nm bei 1750 U/min (118 Nm bei 2600 U/min.)
Verbrauch NEFZ im Mittel: 4,5 Liter (6,9 Liter)
CO2-Emission: 119 (164) g/km
Höchstgeschwindigkeit: 157 km/h
Laderaum: 2,5 ? 2,8 Kubikmeter Liter
Anhängelast: 600 kg
Basispreis: 12,911,50 (11 602,50) Euro
 
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