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Fahrbericht Mercedes-Benz Viano CDI 2.2 Ambiente: Die Van-Alternative
Friday, 3. April 2009
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
 
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz Viano. Foto: ar/Daimler
Wer eine große Familie sein Eigen nennt, der kann heute zwischen klassischen Kleinbussen mit sechs bis acht Sitzen und einem sechs- oder siebensitzigen Van oder Sports Utility Vehicle (SUV) wählen. Drei gewichtige Argumente verbucht der Kleinbus für sich: Erstens ist der Lebensraum auch in der dritten Reihe für Große geeignet, zweitens gelten Kleinbusse anders als SUV auch heute noch als politisch korrekt, und drittens sind sie häufig in der Anschaffung sogar billiger als Vans und SUV.

Der günstigere Preis ergibt sich aus der Entwicklung der Kleinbusse, die alle auf Transportern, also auf kleinen Nutzfahrzeugen beruhen, bei denen die Kosten und weniger der Komfort im Pflichtenheft ganz oben steht. Die Sache mit den Kosten wird auch den Familienvater freuen. Die Frage ist also, ob er sich diesen Vorteil mit Einbußen bei Passagier- und Fahrkomfort oder gar bei der Sicherheit und den bei den Betriebskosten erkauft. Wir gingen dieser Frage an Bord eines Mercedes-Benz Viano CDI 2.2 Ambiente in der Kompaktversion nach.

Er wirkt gewaltiger als die Maße rechtfertigen. Mit seiner Länge von 4,75 Meter unterscheidet er sich nicht von einem Mittelklasse-Kombi. Bei der Breite mit 1,91 Metern und der Höhe 1,87 Metern fällt auch nur die Höhe aus dem Rahmen. Es sind also mehr die steil aufsteigenden Seiten und das Heck, die an die kommerzielle Verwendung der Karosse erinnern und Respekt heischen.

Beim Fahren zwingt einem der lange Radstand von 3,20 Meter einen größeren Wendekreis auf als beim Personenwagen gewohnt. Fast 13 Meter Durchmesser braucht der Viano, um in einem Zug zu wenden. Diesen Nachteil gleicht er aber locker wieder aus durch die hohe Sitzposition, die einem den gewünschten Überblick verschafft und die Übersichtlichkeit der Karosserie. Wegen der Senkrechten an den Seiten und hinten weiß man stets, wo der Viano aufhört. Nur die flache Front hat man nicht im Blick. Merkwürdig deshalb, dass unser Wagen eine Ultraschallparkhilfe zwar hinten, aber leider nicht vorn anbot, wo wir sie gebraucht hätten. So muss man eben hoffentlich nicht hart lernen, wie lang der Viano nach vorn ragt.

In der Ausstattungsvariante Ambiente bleibt für einen Preis von 41 840 Euro kaum ein Wunsch offen. Besonders der Fahrer und der Beifahrer finden sich in einem luxuriösen Ambiente wieder. Die Breite des sanft gerundeten, großen Armaturenträgers mit ausgeprägter Bedieneinheit samt Bildschirm in der Mitte wird unterstrichen durch eine großzügige Holzapplikation. Das recht große Lenkrad steht nach der Art von Personenwagen fast senkrecht; der kurze Schaltknauf der Sechs-Gang-Schaltung ragt aus einem erhöhten Sockel, so dass er auch für große Fahrer blind zu greifen ist.

Die Sitze für Fahrer und Beifahrer lassen nichts zu wünschen übrig, weder in ihrer Verstellbarkeit, noch beim Komfort auf Langstrecken. Die Einzelsitze in der zweiten Sitzreihe kann man in einem weiten Bereich verschieben. Wie die Sitze in der dritten Sitzreihe lässt sich auch bei ihnen die Neigung der Rückenlehnen verstellen. Grundsätzlich stellt man als Fahrer wie als Passagier rasch fest, dass man vorn am besten aufgehoben ist. Das Fahrerlebnis wird immer rauer, je weiter hinten man im Viano sitzt. Den Kleinen im Kindersitz wirds einerlei sein.

Klappt man die Rückenlehnen nach vorn, entsteht eine ebene Fläche, die man als Tisch oder zum Unterbringen von Ladung nutzen kann. Der Kofferraum hinter den hochgeklappten Rückenlehnen misst bei der Variante Kompakt, die wir ausprobierten in der Länge nur noch wenig mehr als 30 Zentimeter. Wer mehr braucht, muss sich für die Variante lang (56 cm) oder extralang (79 cm) entscheiden. Riesig wird der Laderaum, wenn man seinen Viano von den Möbeln befreit. Dazu passt auch die Zuladung, die bei unserem Fahrzeug 635 kg betrug.

Der Viano darf einen bis zu 1500 kg schweren gebremsten Anhänger ziehen, was die Wohnwagen-Freunde interessieren dürfte. Kleinbusse stellen in der Regel optimale Zugfahrzeuge dar, weil das Verhältnis zwischen Radstand und Abstand der Kugel der Kupplung von der Hinterachse die Stabilität eines Gespannes bestimmt. Beim Viano ist der Radstand mit 3,20 Metern lang und der Überhang kurz. Dennoch hilft Mercedes-Benz mit einer Stabilisierung des Anhängers nach, die in die Software des ESP-Systems eingearbeitet wurde.

Den Verbrauch gibt Mercedes-Benz mit im Schnitt (nach EU-Norm) mit 8,2 Litern pro 100 km an, was einem Kohlendioxidausstoß von 218 Gramm pro Kilometer entspricht. In der Praxis stellten sich Werte knapp über neun Liter ein. Das sind Zahlen, die sich auch mit einem Diesel-SUV oder -Van erreichen lassen. Doch während man im SUV als Klimaschädling gemobbt wird, ficht das bei einem Kleinbus niemanden an. (ar/Sm)

Daten: Mercedes-Benz Viano CDI 2.2 Ambiente

Länge x Breite x Höhe: 4,75 m x 1,90 m x 1,87 m
Wendekreis: 12,7 m
Motor (Bauart, Hubraum): Vier-Zylinder Diesel, 2148 ccm, VTG-Lader
Max. Leistung: 110 kW / 150 PS bei 3800 U/min
Max. Drehmoment: 330 Nm zwischen 1800 und 2400 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 8,2 Liter Diesel
CO2-Emission: 218 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 15,6 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 179 km/h
Leergewicht/Zuladung: 2065 kg / 635 kg
Anhängelast (gebremst): 1500 kg
Basispreis (Version Ambiente): 41 840 Euro
 
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