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Fahrbericht Mercedes-Benz GLK 350 4Matic: Adel verpflichtet
Friday, 20. March 2009
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
 
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Mercedes-Benz GLK 350 4Matic. Foto: ar/Daimler
Ein Mercedes-Benz soll sich nicht in den laufenden Trend einfügen, sondern höchstens einen neuen setzen. Diese alte Maxime der Nobelmarke stellt der Mercedes-Benz GLK exemplarisch dar. Die Form dieses kompakten Sports Utility Vehicles (SUV) fügt sich eben nicht in die Reihe der rund-dynamischen SUV von heute ein, sondern zeigt eine ganz eigene Formensprache.

Das Vorbild für den GLK liefert die Unternehmensgeschichte. Er fühlt sich seinem längst geadelten Urahn, dem berühmten und seit Jahrzehnten gebauten G-Daimler verpflichtet. Steile Front, steile Windschutzscheibe, niedrige Gürtellinie und damit hohe Fensterflächen zeigen, wir sehr man damals auf gute Sicht und Übersichtlichkeit achtete eine Eigenschaft, die heute angesichts schrumpfender Fensterflächen und ausgeprägter C-Säulen oft die Seh(n)sucht auslöst, die nun vom GLK erfüllt wird.

Mit seinen ausgeprägten Kanten und klaren Linien präsentiert der GLK sich in der Masse der Wettbewerbe trotzig und trutzig. Das Gefühl von Sicherheit stellt sich in ihm rascher ein als bei den Gefährten, die eher dem Zeitgeist folgen. Von außen wirkt er aber keineswegs wie eine Burg auf Rädern. Gerade dank der niedrigen Gürtellinie und geschickt gesetzter Kanten kann man dem kompletten Fahrzeug bis zur A-Säule das Prädikat zierlich zudenken vergleichsweise zierlich natürlich.

Innen verbreitet die gute Sicht rasch die Zuversicht, dass man auch in der Stadt mit dem GLK keine Probleme bekommen werde, weil man von der erhöhten Sitzposition aus alles gut im Blick und damit auch schon fast im Griff hat. Da die Bedienelemente offensichtlich auch keine Fragen aufwerfen, die sich nicht rasch klären ließen, bleibt die bei so manchem SUV übliche Schwellenangst aus.

A propos Schwellen: Beim Öffnen gibt die Tür nicht etwa die komplette Fläche des Türblatts als Einstieg frei. Dem steht eine Strebe entgegen, die zu übersteigen ist und die den Einstieg unangenehm verengt. Hat man die Füße daran vorbei eingefädelt, Darf man den mercedes-typischen Innenraum mit guten Materialien und sehr guter Verarbeitung genießen und sich darüber wundern, dass die Designer auch im Innenraum bei den Senkrechten und Waagerechten als Grundelemente der Gestaltung geblieben sind. Hier weht wieder der Hauch der Geschichte, allerdings nicht unangenehm verschroben wie bei alten Geländewagen, sondern gerade, klar und konsequent.

Wir erlebten den GLK mit dem Sechszylinder Benziner mit 3,5 Litern Hubraum und 200 kW / 272 PS bei 6000 Umdrehungen pro Minute (U/min) und einem maximalen Drehmoment von 350 Newtonmetern zwischen 2400 und 5000 U/min in Kombination mit der serienmäßigen Sieben-Gang-Automatic 7G-Tronic. So üppig motorisiert schaffte unser GLK die 100-km/h-Marke nach 6,7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.

Geländewagenatmosphäre kommt auf, wenn man sich die entsprechende Zusatzausstattung leistet und mit Styling Offroad-Paket (900 Euro) und Offroad-Technik-Paket mit Downhill-Geschwindigkeitsregelung, Offroad-Fahrprogramm und Unterbodenschutz (590 Euro) und diesem Mercedes das Gelände zumuten mag. Da kann er viel, aber er wirkt glücklicher, wenn er Asphalt unter seinen 17-Zoll-Rädern mit Reifen im Format 235/60 R 17 hat. Dann benimmt sich der Urenkel des G-Daimler so wie eine hohe Limousine: guter Geradeauslauf, präzise Lenkung, gemessen an der Höhe des Autos mit immerhin 1,70 Metern wenig Wanken in Kurven, spontan reagierenden und leise arbeitenden Sechszylinder, der sich nur dann meldet, wenn er die volle Leistung an die vier Räder bringen soll.

Wir verzichteten wie vermutlich 95 Prozent der GLK-Käufer darauf, seine Geländeeigenschaften auszufahren. Wir setzten ihn als Reise- und Stadtfahrzeug ein, und waren sehr zufrieden, auch mit dem Verbrauch, der sich in der Praxis mit Werten um die elf Liter auf 100 km nur wenig über dem angegebenen Durchschnittsverbrauch (nach EU-Norm) von 10,8 Litern einpendelte. Zum angegebenen Normverbrauch gehört ein Kohlendioxidausstoß von 230 Gramm pro Kilometer. Der fahrbereit 1830 kg schwere GLK bietet also standesgemäße Fahrleistungen zu einem für einen so starken Motor recht akzeptablen Verbrauch.

Im Innenraum finden sich viele offene und verschlossene Ablagen. Im Übrigen orientiert sich der GLK bei der Flexibilität an einem üblichen Kombi. Sein Laderaum kann durch teilweises oder ganzes Umlegen der Rücksitzlehnen von einem Kofferraum mit 450 Litern Inhalt in einen Laderaum mit ebenem Boden verwandelt werden. Im Vergleich zum Kombi sind beim SUV Bestwerte in dieser Disziplin nicht zu erwarten. Die Karosserie ist mit 4,53 Meter zu kurz. Dafür setzt er mit 655 kg Zuladung eine beachtliche Marke für einen Fünfsitzer seiner Klasse.

Mit seinem Basispreis von 46 058 Euro liegt der GLK auf demselben Niveau wie der Audi Q5 oder der BMW X3. Der GLK stellt sich also auch bei dieser Motorisierung dem direkten Vergleich mit den beiden anderen Premium-Anbietern. Der Preis steht also einem Erfolg des kantigen Charakters in seinem Segment nicht entgegen. (ar/Sm)

Daten Mercedes-Benz GLK 350 4Matic

Länge x Breite x Höhe: 4,53 m x 1,84 m x 1,70 m
Leergewicht/Zuladung: 1830 kg/650 kg kg
Motor (Bauart, Hubraum): Sechszylinder mit Direkteinspritzung, 3498 ccm
Max. Leistung: 200 kW / 272 PS 6000 U/min
Max. Drehmoment: 350 Nm zwischen 2400 und 5000 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 10,8 Liter
CO2-Emission: 250 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 6,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Kofferraum: 450 Liter, erweiterbar
Basispreis: 46 053 Euro
 
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