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Fahrbericht Daihatsu Terios 1.5 Top S: Kleiner Allrader für den Alltag
Friday, 6. March 2009
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
 
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
Daihatsu Terios. Foto: ar/Daihatsu
Das Angebot von kleinen Geländewagen ist in Deutschland recht überschaubar. Unter ihnen macht der Daihatsu Terios nicht nur den modernsten, sondern auch den erwachsensten Eindruck. Mit seiner Länge von 4,06 Metern rangiert er fast schon zwischen B-Segment und C-Segment. Zumindest im Innenraum erreicht der Terios beinahe Kompaktmaße. Für die gute Raumausnutzung sorgen der Radstand von 2,58 Meter und die sehr kurzen Karosserieüberhänge, die sich auch im Gelände bezahlt machen. Dank der kompakten Abmessungen und der guten Übersichtlichkeit fühlt sich der Terios aber in der Stadt ebenfalls bestens aufgehoben.

Der Allradantrieb sorgt im Alltag für gute Traktion und fordert das ESP nur selten heraus. Dazu gibt es Stabilitätskontrolleund Antischlupfregelung. In engen Kurven zeigt der Terios eine leichte, aber gutmütige Tendenz zum Übersteuern. Das Zentraldifferenzial lässt sich per Knopfdruck sperren, um die Motorkraft jeweils zur Hälfte auf Vorder- und Hinterachse zu verteilen, sollte es auf rutschigem Untergrund einmal nötig sein oder der Wagen festsitzen.

Mit 77 kW/105 PS steht der Daihatsu nominell gut im Futter. Zu spüren ist von der Leistung jedoch leider nur wenig. Der 1,5-Liter-Motor beschleunigt eher zäh und ist zudem rau und nicht sonderlich leise. Im auf der Autobahn nützlichen Bereich zwischen 120 km/h und 150 km/h überrascht das Triebwerk oberhalb von 4000 Umdrehungen aber im letzten Gang mit zufrieden stellendem Durchzug. Leider wird es dann im Innenraum recht laut.

Seine Stärken spielt der Terios an anderen Stellen als beim Motor aus. Da sind natürlich erst einmal die erhöhte Sitzposition und die gute Übersicht. Auch die kleinen hinteren Fenster des Kofferraums haben keineswegs nur Alibifunktion, sondern verbessern tatsächlich die Rücksicht. Vor allem überzeugt der Terios aber mit für seine Größenverhältnisse erstaunlich viel Platz. Auch hinten finden Mitfahrer dank des relativ langen Radstands erstaunlich viel Beinfreiheit vor. Die Lehnen der im Verhältnis 60:40 geteilten Rücksitzbank sind zudem in der Neigung verstellbar. Der Kofferraum bietet 380 Liter Volumen. Das lässt sich mühelos mit Hilfe der hochklappbaren Rücksitze auf 1320 Liter erweitern. Daihatsu hat zwar schon pfiffigere Mechanismen gezeigt, aber der Nutzeffekt und die einfache Bedienung gehen durchaus in Ordnung. Mit 80 Kilogramm Dach- und 1350 Kilogramm Anhängelast muss der Terios auch weitergehende Transportaufgaben nicht scheuen.

In der Top-Ausstattung sind Klimaanlage, Multifunktionsanzeige, ein CD-Radio und Kopfairbags vorne und hinten mit an Bord. Beim S gibt es zusätzlich noch Dachreling, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Leichtmetallräder der Dimension 235/60 sowie Seitenschweller. Alcantara-Ausstattung für Sitze und Türverkleidungen sowie Lederlenkrad und -schaltknauf werten den Innenraum auf. Leider mangelt es im Terios ein wenig an Ablagen. Vier vernünftige Becherhalter und ein Brillenfach sind zwar vorhanden, aber die Innentürablagen sind extrem klein und bieten so gut wie keinerlei Halt.

Die vom außen angebrachten Reserverad geprägte Hecktür schwingt leider für Kontinentaleuropa zur falschen Seite auf: Im Daihatsu-Heimatland Japan herrscht nun einmal Linksverkehr. Dass der Terios nicht unbedingt für Kontinental-Europa konzipiert wurde merkt der Fahrer auch hinter dem Lenkrad. Selbst wenn es in oberster und der höhenverstellbare Sitz in unterster Stellung stehen, laufen mittelgroße Menschen Gefahr, hin und wieder mit dem Knie an die Lenksäulenverkleidung zu stoßen. Der Arbeitsplatz des Fahrers fällt ansonsten schlicht, aber zweckmäßig aus. Das Cockpit dominiert der mittig sitzende Tachometer, der seitlich von Drehzahlmesser und Tankanzeige flankiert wird. Die Bedienhebel halten sich in Grenzen und werfen keine großen Fragen auf. Die Blende der Mittelkonsole und die Türinnengriffe heben sich silberfarben ab, ohne jedoch wirklich Akzente zu setzen.

Unterm Strich erweist sich der Stadtroader, wie Daihatsu den Terios gerne nennt, als echte Alternative zu einem Kompaktwagen. Er ist in der Stadt wendig und übersichtlich, hat Platz für die Familie und bietet mehr Kofferraum als ein Golf. Dazu kommen der Allradantrieb als zusätzlicher Sicherheitsfaktor und ein Hauch Abenteuer im Alltag. Größter Wermutstropfen des Terios ist sein Verbrauch: Versprochen werden 8,1 Liter im Drittelmix. Bei uns waren es 10,8 Liter. Kleiner Trost: Die Verbrauchsanzeige des Multifunktionsdisplays zeigt den tatsächlichen Wert recht genau an. (ar/jri)

Daten: Daihatsu Terios Top S

Länge x Breite x Höhe: 4,06 m x 1,70 m x 1,69 m
Motor (Bauart, Hubraum): Vierzylinder, 1495 ccm
Max. Leistung: 77 kW/105 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 140 Nm bei 4400 U/min
Verbrauch NEFZ im Mittel: 8,1 Liter
CO2-Emission: 191 g/km
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 12,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
Leergewicht/Zuladung: 1190 kg/530 kg
Kofferraum: 380 - 1320 Liter
Anhängelast: 1350 kg
Wendekreis: 10,0 m
Basispreis: 22 300 Euro
 
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