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53 000 Euro sind natürlich lange nicht das Ende der Fahnenstange.
Der Testwagen - mehr als üppig ausgestattet - bringt es locker leicht
auf 65 000 Euro, ließ allerdings auch keinen Wunsch offen.
Lederbestuhlung mit Sitzheizung und Belüftung, getrennt regelbare
Klimaautomatik, Command-System mit 6-Fach-CD-Wechsler oder Xenon-Licht
haben ihren Preis. Das siebenlagige Stoffverdeck bietet optimalen
Geräusch- und Bedienkomfort, verschwindet binnen 20 Sekunden komplett
unter einer markant geformten Abdeckung im Heck und garantiert somit in
Verbindung mit den voll versenkbaren Seitenscheiben ungetrübten
Open-Air-Genuss in seiner schönsten Form. Hebel umlegen oder Hand
anlegen ist nicht gefragt. Mercedes hat dem CLK
kürzlich dezente optische Retuschen angedeihen lassen, das Design ist
jedoch nach wie vor zeitlos. Bei offenem Verdeck trübt kein
Überrollbügel das makelose Bild, für die Sicherheit der Fondpassagiere
sorgen herausfahrbare Kopfstützen.
Die Ruhe bei geschlossenem
Verdeck selbst bei Tempo 200 ist erstaunlich. Verwindungen des
Blechkleides sind dem Stuttgarter fremd - er ist ausgesprochen steif.
Man kann in diesem Auto auch elektronisch abgeriegelte 250 km/h fahren,
wenn es die vollgestopften Autobahnen zulassen. Offen bleibt es dank
des praktisch klappbaren Windschotts bis Tempo 140 relativ leise, dann
übernehmen die Windgeräusche deutlich Regie. Ab 180 km/h ist eine
Punkfrisur garantiert, wenn es die Haarlänge zulässt, da hilft auch
kein Windschott mehr. Das lässt sich mit wenigen Handgriffen montieren
oder ausbauen und verschwindet dann im Kofferraum. Meist wird es
montiert bleiben, denn hinten sind die Platzverhältnisse für Erwachsene
eher mager. Für die Kurzstrecke reicht es, lange Fahrten sind nicht zu
empfehlen. Das würde auch am Gepäck scheitern, denn der Kofferraum ist
mit 390 Liter zwar nicht klein, aber durch seine flache Form schlecht
nutzbar. So muss das Gepäck schnell auf die Rückbank und die
Fondpassagiere müssen zu Hause bleiben.
Das CLK 350 Cabriolet
wird von einem Aggregat der jüngsten Generation befeuert und passt
perfekt zum sportlich-eleganten Auftritt des Stuttgarters. 200 kW/272
sind über jeden Zweifel erhaben, auch der Spurt auf Tempo 100 in 6,7
Sekunden lässt ahnen: hier steckt ein Wolf im Schafspelz. In Verbindung
mit dem Sahnemotor rollt der CLK mit der
ebenfalls sehr guten 7G-Tronic zum Kunden. Die lässt sich auch manuell
per Schalthebel oder über Wippen auf der Rückseite des Lenkrades durch
die Stufen dirigieren, was bei schnell gefahrenen Passagen auf der
Landstraße viel Spaß bringt. Sehr erfreulich auch der Verbrauch: knapp
elf Liter Super im Testbetrieb sind angesichts der Fahrleistungen ein
guter Wert. Das Fahrwerk ist mehr auf Komfort als auf Sportlichkeit
ausgelegt und nicht aus der Ruhe zu bringen.
An der Bedienung
gibt es wenig zu kritisieren. Mercedes-typisch sitzt alles am gewohnten
Fleck, die Instrumente lassen sich tadellos ablesen, die Verarbeitung
macht einen sehr guten Eindruck. Allerdings klapperte es auf der
Fahrerseite gelegentlich - Ursprung war vermutlich der aus Plastik
gefertigte Zubringer der Sicherheitsgurtes. Der schiebt den Gurt wegen
der fehlenden B-Säule in die Reichweite des Fahrers, was Verrenkungen
vermeidet. Kritik verdient der Parkassistent, der sowohl mit einem
optischen als auch einen akustischen Signal den Abstand zu Hindernissen
anzeigt - aber leider erst sehr spät. Der Abstand zwischen ansprechen
des Signals und einem Parkrempler beträgt ungefähr eine Sekunde und ist
so keine echte Hilfe.
Fazit: Das CLK 350 Cabriolet
bietet Offenfahren auf höchstem Niveau. Das gilt auch für den Preis.
Wer allerdings nicht auf den Euro schauen muss, kann sich mit diesem
Auto einen Klassiker mit modernster Technik gönnen. Der Komfort ist in
allen Lebenslagen hoch - ebenso wie der Spaßfaktor. Der V6-Motor ist
eine gute Wahl für das CLK 350 Cabriolet, er kombiniert hohe Laufkultur mit sportlichen Fahrleistungen und angemessenem Verbrauch.
Die wichtigsten Daten:
Länge/Breite/Höhe:
4652/1991/1415 mm, Radstand 2715 mm, Wendekreis 10,76 m, Leergewicht
1735 kg, maximales Zuladung 455 kg, Laderaum 390 Liter, Tank 62 Liter,
V6-Ottomotor mit 24 Ventilen, 200 kW / 272 PS, 3498 ccm Hubraum,
maximales Drehmoment 350 Nm von 2400 - 5000 U/min, Abgaseinstufung Euro
4, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, EU-Normverbrauch im Mittel 10,1
l/100 km, Praxisverbrauch 10,9 l/100 km, Preis in Verbindung mit diesem
Motor: ab 53 302 Euro.br> Von Stephan Bähnisch |