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Sommerloch-Botschaften aus der deutschen Hauptstadt |
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Friday, 29. July 2011 |
 | | Geht's nach Berlins Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, wird es auf den Straßen bald richtig eng. Foto: UnitedPictures/ar.NET | | |
Es war doch alles so schön gedacht. Auf eigens für sie reservierten und entsprechend markierten Fahrspuren sollten die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe innerstädtischen Staus aus dem Weg gehen und damit auch ihre Fahrpläne einhalten können.
Es war doch alles so schön gedacht. Auf eigens für sie reservierten und entsprechend markierten Fahrspuren sollten die Busse der Berliner Verkehrsbetriebe innerstädtischen Staus aus dem Weg gehen und damit auch ihre Fahrpläne einhalten können. Das ist lange vorbei. Zunächst teilten sich die Busse die separate Fahrspur, meist praktischerweise die ganz rechts, mit den Taxis. Dazu gesellten sich nach und die Radfahrer. Von da an war's mit dem zügigen Vorwärtskommen von Bussen und Taxis vorbei.
Es kam noch schlimmer. Seitdem sich die deutsche Hauptstadt gar nicht quirlig genug präsentieren kann und sie Berlin-Touristen offenbar auch auf der Straße möglichst viele illustre Fotomotive bieten möchte, ist es um zügig befahrbare Busspuren geschehen. Dort tummeln sich inzwischen die abenteuerlichen Fahrrad-Rikschas, neuzeitlich Velo-Taxis genannt, zusammen mit Segways, jenen wundersamen Elektro-Stehrollern. Ab und zu trotten dort aber auch gemütlich Pferde vor Kutschen oder Bierwagen. Und mitten drin dann Busse der BVG. Deren errechnete Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,53 km/h. Sie kann eigentlich nur geringer werden, wenn es so weitergeht. Schon kündigen sich neue Nutzer der Berliner Busspuren an: die Elektroautos. Kommen sieht man, dass deren Besitzer unter Berufung auf die förderwürdige Umweltfreundlichkeit solcher Fahrzeuge Anspruch erheben werden, selbstverständlich auch Busspuren benutzen zu dürfen.
Berlin, Deutschlands "Leitstadt für Elektromobilität", muss sich noch mehr Experimente gefallen lassen. Nach dem Willen des Berliner Senats sollen Fußgänger und Autofahrer auf Straßen in ausgewählten Tempo-20(!)-Zonen gleichberechtigt sein. Das heißt: Tritt ein Fußgänger auf die Straße, haben Autos anzuhalten. Damit der Übergang vom Fußweg auf die Straße Älteren, Familien mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern leichter fällt, sollen Bordsteinkanten an Einmündungen und Kreuzungen abgesenkt werden.
Es sieht nicht so aus, als habe die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ihre umwerfende neue "Fußverkehrsstrategie" lediglich präsentiert, um ein Botschaft zu übermitteln, die hilft, das diesjährige mediale Sommerloch zu füllen. (arNET/Wolfram Riedel) |