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Kommentar: Wer später bremst, fährt länger schnell ... |
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Thursday, 28. April 2011 |
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Gute Ratschläge sind von Wert. Dass sie nicht in den Wind geschlagen werden, kann derjenige, der sie erteilt, allerdings lediglich hoffen. Jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der - alle Jahre wieder - Motorradfahrern ins Gewissen geredet wird, nur ja nicht übermütig in den Frühling zu starten.
Gute Ratschläge sind von Wert. Dass sie nicht in den Wind geschlagen werden, kann derjenige, der sie erteilt, allerdings lediglich hoffen. Jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der - alle Jahre wieder - Motorradfahrern ins Gewissen geredet wird, nur ja nicht übermütig in den Frühling zu starten. Auf drängt sich das Bild von Pferden, die nach langem Verweilen im Stall endlich in die Sonne und die Freiheit einer Koppel entlassen werden. Dort preschen sie dann los, toben sich aus, als gebe es kein Morgen.
Motorradfahrer, die sich beim Saisonstart ähnlich verhalten, sind Ausnahmen, eine absolute Minderheit. Von Appellen an die Adresse der Biker lässt sich das eher selten ableiten. Vorfahrt haben standardisierte Vorurteile, die sich vor allem um einen reichlich strapazierten Begriff ohne Definition winden: Rasen. Ein Dauerthema. So was stumpft ab.
Dafür kommt regelmäßig zu kurz, etwa bei Autofahrern ohne jegliche Motorradpraxis Verständnis zu wecken, dass Biker einfach sehr viel wendiger und die meisten Maschinen zudem spurtstärker sind als Pkws. Verhältnismäßig große Motorleistung, geringes Gewicht und schmale Kontur eines Motorrads sind Faktoren, die zu nutzbaren Vorteilen werden. Durchaus auch zu einem Sicherheitsplus, solange sie nicht in verwegenem Fahrstil münden. Nach einer überzeugenden Parallele braucht man nicht lange zu suchen. Niemand käme schließlich auf die Idee, Pkw-Fahrern vorzuhalten, sich regelmäßig zügiger zu bewegen als Lkws oder Busse. Wenn es doch bloß jeder Fahrzeugführer akzeptieren wollte: Die Physik bestimmt nicht zuletzt mit, was im Einzelfall geht oder nicht geht!
Biker haben in vielen Verkehrssituationen einfach die besseren Karten. Kann man das nicht als eine Art Ausgleich für die dürftige passive Sicherheit des Motorradfahrers anerkennen - Die Splitterfraktion der grundsätzlich Ungestümen auf zwei Rädern muss sich das Urteil gefallen lassen, dass es ihnen offensichtlich noch an Fahrererfahrung fehlt. Schnell sein zu wollen um jeden Preis, in jeder Situation und auch zum Nachteil anderer, ist kein Beleg für fahrerisches Können.
Biker, die gar das alberne Motto begleitet, "wer später bremst, fährt länger schnell", werden sich vermutlich über die verquere Logik eines solchen Leitspruchs nicht lange amüsieren. (ar.NET/Wolfram Riedel) |