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Kommentar: Nachtschicht für Politessen! |
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Wednesday, 24. August 2011 |
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Politessen gelten von Hause aus als Hüter der Ordnung im ruhenden Straßenverkehr. Im Allgemeinen erledigen sie diese ihre Aufgabe durchaus brav, mitunter mit verbissener Hingabe.
Politessen gelten von Hause aus als Hüter der Ordnung im ruhenden Straßenverkehr. Im Allgemeinen erledigen sie diese ihre Aufgabe durchaus brav, mitunter mit verbissener Hingabe. Manchmal scheinen diese Damen - mehr oder weniger chic kostümiert - sogar zeigen zu wollen, dass sich ihr dienstlicher Auftrag durchaus als freudvolles Hobby auffassen lässt. So emsig, geradezu lustvoll geht mitunter das Kontrollieren von Parkscheinen vonstatten, die aus Parkautomaten stammen. Gekoppelt ist der Gang von Auto zu Auto gleich noch mit intensiver Ausschau nach Sündern in Park- und Halteverbotsbereichen. Dem Späherblick einer trainierten Politesse entgeht so schnell nichts.
Ihrem Selbstbewusstsein dient, dass sie jenes wundersame Gerät zur Hand hat, das sie sogleich unter freiem Himmel mit allen wichtigen Daten füttern kann, die jegliches sündiges Tun im ruhenden Verkehr belegen, um die dazugehörende finanziellen Buße rechtfertigen zu können. Wer weiß, vielleicht okkupierte irgendwo ein Einfaltspinsel einen Behindertenparkplatz oder es stellte jemand mit seinem Auto die Feuerwehrzufahrt zu. Möglicherweise hat es gar jemand gewagt, mit einem Fahrzeug ohne Grüne Plakette an der Frontscheibe illegal in eine städtische Umweltzone einzudringen!
Strafzettel sind Mehrzweckwaffen. Noch gefährlicher können resolute Damen im Politessendress sein. Solchen Naturen liegt fern, nicht einmal ausnahmsweise Milde walten zu lassen. Sie fackeln nicht lange. Noch während sie den Strafzettel ausfertigen, um ihn anschließend unter einen Scheibenwischer zu klemmen, haben sie bereits das Handy am Ohr und fordern den Abschleppwagen an. Irgendwie scheint dabei heimliche Vorfreude im Spiel zu sein. Vollendete Tatsachen schaffen! Schließlich ist das die Phase uniformierter Macht, deren Fortgang unaufhaltsam ihren Lauf nimmt und dem Falschparker am Ende eine gepfefferte Rechnung einbringt. Widerspruch zwecklos.
Warum mich das Tagwerk einer Politesse beschäftigt - Weil ich mir vorstelle, dass es in einer Stadt wie Berlin, in der Nacht für Nacht Autos brennen, für Politessen, nennen wir sie ruhig Hilfspolizistinnen, einen wichtigeren Auftrag geben sollte, als tagsüber emsig nach Parksündern zu fahnden.
In der aktuellen politischen Debatte wird beklagt, dass es der deutschen Hauptstadt an Polizeikräften mangelt, um die zündelnden Feuerteufel auf frischer Tat zu ertappen. Da sollte das Gebot der Stunde doch heißen: Nachtschicht für Politessen! Deren Späheraugen wären sicher von Nutzen. Eine neue Aufgabe fürwahr. Strafzettel können sie getrost zu Hause lassen. (ar.NET/Wolfram Riedel) |