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Jeder fünfte Drogenkonsument fährt Auto |
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Wednesday, 4. May 2011 |
 | | Fahren unter Drogen offenbar keine Ausnahmeerscheinung ... Foto: DVR/ar.NET | | |
Nicht nur die Bereitschaft junger Erwachsener, trotz Drogen- und Alkoholgenusses Auto zu fahren, ist erschreckend, sondern auch die Hilflosigkeit der Polizei.
Nicht nur die Bereitschaft junger Erwachsener, trotz Drogen- und Alkoholgenusses Auto zu fahren, ist erschreckend, sondern auch die Hilflosigkeit der Polizei. Oftmals erkennen die Beamten den Drogenfahrer nicht, wie aus einer noch unveröffentlichten Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) hervorgeht, für die mehr als 400 Jugendliche und junge Erwachsene befragt wurden.
Für 65 Prozent der Umfrageteilnehmer sind illegale Drogen kein Niemandsland. Bei den über 18-Jährigen hätten sogar 77 Prozent von ihnen bereits Erfahrungen damit gemacht, berichtet "auto motor und sport". Mehr als die Hälfte von ihnen konsumiert jedes Wochenende Alkohol. Und die "Schmerzgrenze" scheint niedrig, denn mehr als jeder fünfte Befragte, der berauschende Mittel zu sich nimmt, fährt der Studie zufolge auch mit Alkohol und Drogen im Blut Auto.
Ein Grund für die geringe Hemmschwelle sieht UDV-Chef Siegfried Brockmann in zu geringen Polizeikontrollen. Zwar würden mehr Sünder entdeckt, doch sei die Dunkelziffer immer noch sehr hoch. So sei bei 27 Prozent der Befragten, die unter Drogeneinfluss von der Polizei angehalten wurden, der Drogenkonsum unentdeckt geblieben, sagte Brockmann gegenüber "ams". Obwohl die meisten wüssten, dass sie ein Risiko eingehen, sei der Drang, mit dem Auto nach Hause zu fahren, "größer als die Angst vor Konsequenzen". Rauschmittel gehören nach Brockmanns Meinung für junge Menschen zur Geselligkeit. "Hier ist klarer Egoismus zu erkennen. Der Spaßfaktor wird höher eingestuft als die potenzielle Gefahr für sich und andere."
Die Polizei selbst vermutet, nur eine von 600 Alkoholfahrten zu entdecken. "Unter Drogeneinfluss dürfte die Dunkelziffer noch darüber liegen, weil die Mehrzahl aller Polizeibeamten in der Erkennung nicht adäquat geschult ist", so Dieter Müller, Fachbereichsleiter für Verkehrswissenschaften an der Hochschule der Sächsischen Polizei und Chef des Instituts für Verkehrsrecht und -verhalten in Bautzen, gegenüber dem Magazin. Allerdings gebe es auffällige Unterschiede je nach Bundesland. Im Saarland und in Rheinland-Pfalz sei das Risiko, ertappt zu werden, aufgrund der guten Schulung der Einsatzkräfte hoch. Diese Gefahr bestehe in Berlin, Bremen und Sachsen dagegen kaum, so Müller. (ar.NET/arie) |