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E-Mobilität: Nicht nur strukturelle Defizite in Berlin
Monday, 27. June 2011
Strukturelle Defizite gefährden eine erfolgreiche Etablierung des Elektroverkehrs in Berlin. Foto: BMW/ar.NET
Strukturelle Defizite gefährden eine erfolgreiche Etablierung des Elektroverkehrs in Berlin. Foto: BMW/ar.NET
 
Zügig soll die Bundesrepublik Deutschland ihre Leitfunktion bei der Elektromobilität wahrnehmen, die ihr auch die Bundeskanzlerin zugedacht hat. Dass es bis zum Zieleinlauf so manche Hürde zu überwinden gilt, macht die TU Berlin deutlich.

Zügig soll die Bundesrepublik Deutschland ihre Leitfunktion bei der Elektromobilität wahrnehmen, die ihr auch die Bundeskanzlerin zugedacht hat. Dass es bis zum Zieleinlauf so manche Hürde zu überwinden gilt, macht die TU Berlin deutlich. "Die Installation einer Infrastruktur öffentlicher Stromladestationen ist mit vielfältigen Schwierigkeiten verbunden", überschreibt die Technische Universität eine Pressemeldung, die auf eine vorgenommene Untersuchung aufmerksam macht. Ob die Bedenken der Wissenschaftler hilfreiche Fingerzeige sind, ist fraglich. Schon einführende Anmerkungen zum Untersuchungsbericht lassen eher befürchten, dass der Vorstoß der TU in einer kritischen Bestandsaufnahme stecken bleibt: "Wir haben strukturelle Defizite ermittelt, die einer erfolgreichen Etablierung des Elektroverkehrs in Berlin entgegenstehen. Sie resultieren vor allem aus dem konfliktträchtigen Umgang der zentralen Akteure untereinander: die Energieversorgungsunternehmen, Senat und Bezirke." Konstruktiv geht es immerhin weiter: "Zur Bearbeitung der Konfliktfelder schlagen die Wissenschaftler eine Koordinierungsstelle auf Senatsebene vor, welche eine enge Abstimmung mit den Bezirken sowie einen unkomplizierten Kontakt zu interessierten Akteuren aus der Wirtschaft ermöglicht." Das Ziel müsse darin bestehen, die Entwicklung einer zukünftigen Ladeinfrastruktur in eine integrierte verkehrspolitische Gesamtstrategie einzubinden. Eine Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen der Elektromobilität für die Hauptstadt liegt also vor. Erarbeitet hat sie das Fachgebiet "Integrierte Verkehrsplanung" der TU Berlin als Teil eines vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie finanziell unterstützten Modellprojekts. Ziel sei gewesen, die beteiligten Akteure zu identifizieren, das Genehmigungsverfahren der öffentlichen Ladestationen nachzuvollziehen und Konflikte, die dabei entstanden sind, aufzudecken. In dem Bericht wird, ausgehend von den spezifischen Bedürfnissen der Nutzer von Elektrofahrzeugen, "eine passende Ladeinfrastruktur" entworfen. Dazu sei ein zeitlich abgestimmtes und "ineinander verschränktes Untersuchungsdesign" entwickelt worden, was immer das heißen mag. Berücksichtigt würden "Nutzerperspektive, Nutzerpräferenzen, technische Voraussetzungen und die gesamtgesellschaftliche Entwicklung". Auch aus wissenschaftlicher Sicht ist also aufgezeigt, was in der Hauptstadt geschehen muss, wenn aus dem deutschen Projekt "Elektromobilität" etwas wirklich überzeugend Beispielhaftes werden soll. Gespannt darf man sein, ob und wie die Erkenntnisse der mit staatlichen Fördermitteln gestützten Untersuchung nun in der Praxis umgesetzt werden. (ar.NET/Wolfram Riedel)
 
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