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2010 - unfallreicher, aber weniger Verkehrstote
Wednesday, 13. July 2011
Foto: VDStra-Fachgewerkschaft/ar.NET
Foto: VDStra-Fachgewerkschaft/ar.NET
 
Mit bundesweit rund 2,4 Millionen von der Polizei erfassten Unfällen war das Jahr 2010 das unfallreichste seit elf Jahren. Trotz der gegenüber 2009 um 4,2 Prozent zugenommenen Unfälle starben im Straßenverkehr so wenig Menschen wie noch nie seit 60 Jahren.

Mit bundesweit rund 2,4 Millionen von der Polizei erfassten Unfällen war das Jahr 2010 das unfallreichste seit elf Jahren. Trotz der gegenüber 2009 um 4,2 Prozent zugenommenen Unfälle starben im Straßenverkehr so wenig Menschen wie noch nie seit 60 Jahren. Insgesamt verloren 2010 3.648 Menschen auf deutschen Straßen ihr Leben, zwölf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Statistische Bundesamt (Destatis) stellt in dem Zusammenhang einen Vergleich zum bisher schwärzesten Jahr der Unfallstatistik 1970 an, in dem 21.332 Todesopfern zu beklagen waren. Im Vergleich dazu sei das ein Rückgang auf nur noch rund ein Sechstel. Bei aller guten Tendenz aufgrund der umfangreichen Bemühungen, Fahrzeuge und den Straßenverkehr sicherer zu machen, kommt nach Angaben der Statistiker durchschnittlich noch alle zwei Stunden ein Mensch im Verkehr ums Leben bzw. wird rund alle anderthalb Minuten ein Mensch verletzt. Erstmals nach fünf Jahren sind 2010 wieder mehr Kinder zu Tode gekommen. Die Zahl der getöteten Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr stieg im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 104 Kinder. Dabei verunglückte fast jedes zweite getötete Kind als Mitfahrer in einem Auto. In fast allen anderen Altersgruppen ging die Zahl der Unfallopfer zurück. Die günstigste Entwicklung hatten die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren; in dieser Altersgruppe ging die Zahl der Getöteten um 24 Prozent zurück (auf 101). Obwohl es bei den 18- bis 24-Jährigen das zehnte Jahr in Folge eine Abnahme bei der Zahl der Getöteten gab, ist diese Altersgruppe mit den meisten Pkw-Fahranfängern immer noch mit Abstand am stärksten gefährdet. Gemessen an der Einwohnerzahl ist das Risiko in dieser Altersgruppe (102 Getötete je 1 Mio. Einwohner) mehr als doppelt so hoch wie im Durchschnitt aller Altersgruppen (45 Getötete je 1 Mio. Einwohner). Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl der getöteten 18- bis 24-Jährigen um 13 Prozent (690) gesunken. Auch bei den Senioren ab 65 Jahren hat sich die Zahl der Getöteten mit einer Abnahme um 18 Prozent auf 910 Personen positiv entwickelt. Im Rückblick auf die vergangenen zehn Jahre machen die Statistiker eine besonders günstige Entwicklung für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren und den jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren aus: Mit einem Rückgang von 67 bzw. 62 Prozent von 2000 bis 2010 sei das bevölkerungsbezogene Sterberisiko dieser Altersgruppen wesentlich stärker zurückgegangen als das der übrigen Altersgruppen (-47 %). Dies deute darauf hin, dass die Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit insbesondere bei den Fahranfängern Wirkung zeigen. Innerhalb der 27 EU-Länder lag Deutschland mit 45 Getöteten je eine Million Einwohner auf dem fünften Platz. Die von der EU vorgegebene Zielsetzung, die Zahl der Verkehrstoten von 2001 bis 2010 zu halbieren, hat Deutschland mit einem Rückgang von 48 Prozent nur knapp verfehlt. EU-weit ist die Zahl der Getöteten im Straßenverkehr nach vorläufigen Ergebnissen der Europäischen Kommission von 2001 bis 2010 um 44 Prozent gesunken. Abermals sieht das neue verkehrspolitische Programm der EU vor, die Zahl der Unfalltoten bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Für Deutschland entspräche das einer Reduzierung bis 2020 auf rund 1.800 Verkehrstote. (ar.NET/br)
 
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